George R.R. Martin – A Game of Thrones: Kapitel 21-22

„When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies, but the pack survives.“

Kapitel 21 – Tyrion

Was passiert
A Game of ThronesTyrion plant seinen Abschied von der Night’s Watch, woraufhin Lord Mormont ihn über einem Abschiedsmahl eindringlich beschwört, sich bei König Robert und Tyrions Vater für die Verstärkung der personell stark dezimierten Wache einzusetzen, die zuletzt einige gute Ranger verloren hat. Mormont fürchtet den Wintereinbruch und das, was er mit sich bringt. Tyrion schenkt seiner Sorge nur wenig Gehör und noch weniger Glauben. Bevor er sich nach Süden aufmacht, besteigt er ein letztes Mal die Mauer und trifft dort auf Jon Snow, der ihn um Brans Willen um Hilfe bittet. Beide gehen als Freunde auseinander.

Was Sache ist
Erster Auftritt von Maester Aemon? Ich glaube schon. Mir gefällt die Szenerie sehr, wie die bärbeißigen Kommandeure der Wache allesamt verstummen, um dem alten Mann zuzuhören. Es verrät viel über die Stellung der Maester in Winterfell – als Quasi-Leuchtturmwärter der Wissenschaft in einer Welt, für die solches Wissen beinahe schon magische Qualität hat – als auch über Aemon selbst, einen blinden, schwächlichen Greis, der in der Wache trotzdem unter hohen Ehren gehalten wird und sogar Tyrion von seinem Spott abbringen kann. Generell: Human Moments von Tyrion sind immer ein Grund zu feiern. „I know what it is to love a brother“, und dann sein Versprechen an Jon, Bran zu helfen, während er zumindest eine gute Idee haben dürfte, wer für Brans Fall verantwortlich ist: Tyrion ist eine wandelnde Grauzone, das macht seinen Charakter so reizvoll. (Im Unterschied zu, sagen wir mal, einem Alliser Thorne. Fool, fool!) Bitter, dass sein Zynismus ihn davon abhält, Lord Mormont auch nur ansatzweise zuzuhören, als Mormont die Not der Night’s Watch schildert und ihn um Hilfe bittet. Natürlich hat Tyrion recht damit, nicht wirklich etwas dagegen tun zu können. Sachzwänge, Sachzwänge. Bei der Gelegenheit darf man Bran the Builder mal zu seinem für mystizistisches Fantasy-Volk erstaunlich pragmatischen Ansatz gratulieren, das düstere Zauberland mit den unansehnlichen Kreaturen einfach auszusperren. So viel Sachverstand haben Fantasy-Herrscher ja selten. (Wobei ich mich zu erinnern glaube, dass der White Council mit Mordor nach Isildurs Sieg und Saurons Verschwinden etwa genauso vorgeht, was ja wunderbar geklappt hat. Auf der anderen Seite ist eine dreihundert Meilen lange Eismauer dann doch noch etwas eindrucksvoller als das Black Gate. Wenn auch schlechter bewacht.)

Kapitel 22 – Arya

Was passiert
Arya ist aufsässig und verschlossen, was zu einem ernsten Gespräch mit Ned führt, der von Needle erfährt – und „Tanzstunden“ für Arya arrangiert.

Was Sache ist
Ned scheint zumindest zur Kenntnis zu nehmen, dass sein Pflichtgefühl seine Töchter in Gefahr bringt, und es nicht für völlig belanglos zu halten. Points for trying. „You have a wildness in you, child. ‚The wolf blood‘, my father used to call it. Lyanna had a touch of it, and my brother Brandon more than a touch. It brought them both to an early grave.“ Lyanna trägt also Schuld an ihrer Entführung. Slut-Shaming à la Westeros? (Es sei denn … Ihr wisst schon. Oder er spielt auf das Turnier in Harrenhal an, wobei ich nicht glaube, dass Ned davon weiß, wenn diese Lyanna-Theorie denn stimmt – wovon ich natürlich ausgehe. Oder?) Wie dem auch sei, Ned war mir selten so sympathisch wie in diesem Kapitel, als seine Reaktion auf die Entdeckung von Needle und Aryas Zustand darin besteht, ihr einen Waffenmeister zu organisieren. Enter Syrio Forell, coolest dude of Westeros. Im Ernst, ich mag den Kerl wirklich gerne, nicht nur, weil er einer der wichtigen Wegsteine für Arya ist – und es ist nicht unbedingt selbstverständlich für eine (Fantasy-)Serie, einem neunjährigen Mädchen so viel zu tun zu geben. Definitiv Martins starke Seite.

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