George R.R. Martin – A Game of Thrones: Kapitel 23-24

„What do you know of fear? Fear is for the winter, my little lord, when the snows fall a hundred feet deep and the ice wind comes howling out of the north. Fear is for the long night, when the sun hides its face for years at a time, and little children are born and live and die all in the darkness while the direwolves grew daunt and hungry, and the white walkers move through the woods.“

Kapitel 23 – Daenerys

Was passiert
A Game of ThronesDrogos Khalasar erreicht die Dothraki Sea, ein endloses Grasmeer im Zentrum von Essos. Je länger ihr Ritt andauert, desto mehr fühlt Dany sich dort zuhause, auch wenn sie immer noch von Westeros und den Drachen träumt. Doch eine Auseinandersetzung mit Viserys, dem sich sich zum ersten Mal widersetzt und ihn schließlich dazu zwingt, zu Fuß zu laufen – was unter den Dothraki als Schande gilt -, öffnet ihr die Augen: Sie begreift, dass Viserys nie die Sieben Königslande zurückerobern wird, was Jorah Mormont ihr bestätigt. Was ihr bleibt, ist ihr Khalasar. Als sie die Dothraki Sea überquert haben, ist Dany schwanger.

Was Sache ist
„Your brother Rhaegar was the last dragon, and he died on the Trident. Viserys is less than the shadow of a snake.“ So eine passende Beschreibung für einen unfassbar eindimensionalen Charakter. (Viserys gehört zu den Dingen, die mir in der Serie, herrlich soziopathisch gespielt von Harry Lloyd, immer besser gefallen haben als im Buch.) Die Schlange mal beiseite, bekommen wir zum ersten Mal eine ausgedehnte Interaktion von Dany und Jorah, die mir gut gefällt: Jorahs Zynismus, seine wenig subtile Herablassung und sein Mangel an Zurückhaltung lassen seine Verzweiflung darüber erahnen, dass Viserys nicht das ist, was er erhofft hat, nämlich eine legitime Chance, in seine Heimat zurückzukehren; und Danys Disillusionierung über ihren Bruder und Westeros, die sie beinahe stoisch entgegen nimmt, weil sie nie etwas anderes gelernt hat, als Enttäuschungen zu verarbeiten: Eine schöne Kombination, die schon eine Menge darüber verrät, wie die beiden einander brauchen. Wir hören von Irri und Jhiqui, dass es auch im Osten keine Drachen mehr gebe (das Gerede über Ost und West erinnert natürlich stark an die Art und Weise, wie in der westlichen Antike und dem Mittelalter über die Wunder des fernen Ostens gedacht wurde), wobei ich geographisch gesehen schlecht einschätzen kann, wie viel die Dothraki tatsächlich über Yi Ti, Asshai und die Länder um die Jade Sea wissen, ob dort ein ebenso reger kultureller Austausch stattfindet wie zwischen Dothraki und Free Cities. Wenn ich mich recht erinnere, pflegen die Dothraki die Red Waste nicht zu durchqueren, was auf wenig tatsächliches Wissen hindeuten würde. Nicht, dass die Dothraki zwischen Wissen und Mythen wirklich zu unterscheiden schienen. Ich störe mich immer noch ein bisschen an der pseudo-selbstbestimmten Art, in der Dany agiert – dezidiert unrealistisch, ist mein Eindruck. Vielleicht ist das auch ein Nachteil der multiplen Blickwinkel, dass für drastische Charakter-Arcs nicht ausreichend Raum bleibt. Da Danys Handlungsstrang aber ohnehin der ist, der mich immer schon am Wenigsten interessierte, kann ich darüber wohl hinwegsehen.

Kapitel 24 – Bran

Was passiert
Bran ist aufgewacht, aber verkrüppelt. Old Nan erzählt ihm eine Geschichte vom langen Winter und dem letzten Auftauchen der White Walkers, die von den Children of the Forest besiegt wurden, als Tyrion in Winterfell eintrifft und Bran die Pläne für einen eigens konstruierten Sattel zum Geschenk macht, obwohl er von Robb mit wenig Herzlichkeit empfangen wird. Begleitet wird Tyrion von Yoren von der Night’s Watch, der Robb und Bran Nachricht vom Verschwinden Benjens überbringt.

Was Sache ist
Großartig, wie alles Magische in „A Song of Ice and Fire“ über Hörensagen und Legenden eingeführt wird, in diesem Fall die Geschichte über den Letzten Held, der die Children of the Forest aufsucht, um die Reiche der Menschen gegen die White Walkers zu verteidigen. Das klingt tendenziell wenig aussichtsreich für die Night’s Watch, auch wenn Eiszombies mit einer riesigen Mauer vielleicht das ein oder andere Problem haben dürften. Tyrions Auftritt – „I have a tender spot in my heart for cripples and bastards and broken things“ – ist herrlich, und ich fange jetzt schon an, mich ständig auf sein nächstes Kapitel zu freuen. Die Art und Weise, wie Robb mit ihm umgeht, ist halt mal maximal unklug, da es Tyrion auf gewisse Gedanken bringen wird, die er, zurück in King’s Landing, nicht für sich behalten dürfte. Robb the Lord, immer noch in Ausbildung. Dany ist schon ein bisschen weiter als du, Junge. Das gilt auch für seine (selbst im Vergleich mit Jon) kindische Reaktion auf Yorens Neuigkeiten über Benjens Verschwinden. Entweder sympathisch oder aufschlussreich ist Yorens Antwort auf Luwins Ansicht, die Children seien restlos verschwunden: „[U]p past the wall, who’s to say? Up there, a man can’t always tell what’s alive and what’s dead“ – Programm für den Rest der Reihe, wenn auch nicht gerade Werbung für die Watch, was ja eigentlich Yorens Job sein sollte..

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