George R.R. Martin – A Game of Thrones: Kapitel 29-30

„‚The Red Keep shelters two sorts of people, Lord Eddard‘, Varys said. ‚Those who are loyal to the realm, and those who are loyal only to themselves.'“

Kapitel 29 – Sansa

Was passiert
A Game of ThronesDas Turnier der Hand beginnt, und am Ende des ersten Tages, nach vielen Duellen und einem unglücklichen Todesfall, bleiben Sandor und Gregor Clegane, der Kingslayer Jaime Lannister und Loras Tyrell, der von Sansa angehimmelte Ritter der Blumen, im Wettkampf. Das Finale jedoch wird auf den nächsten Tag verschoben, und es folgt ein Festessen, das Sansa und Joffrey versöhnt, doch als es spät wird, bringt er sie nicht selbst zurück zum Red Keep, sondern schickt seinen Hound, Sandor, der Sansa volltrunken erzählt, wie sein Bruder Gregor, The Mountain that Rides, ihm die Narben verpasst hat, die sein Gesicht entstellen.

Was Sache ist
Ich stelle fest, dass ich Sansa-Kapitel deutlich schneller lese, weil mir ihre schwachsinnigen Schwärmereien jetzt schon auf die Nerven gehen. Diese vollkommen verquere Sicht auf die Welt ist ein mehr als gutes Argument gegen patriarchale Gesellschaften, inklusive unser eigenen. Littlefinger hat einen schauerlichen Auftritt mit Ausblic auf spätere Bände, und der von Ser Gregor getötete Ritter ist unschwer als Ser Hugh, Ex-Knappe von Jon Arryn, zu erkennen. Viel mehr ist aus dem Kapitel auch nicht zu gewinnen, außer natürlich die Geburtsstunde von SanSan, everybody’s favourite fan-ship und natürlich der Moment, wenn Ser Gregor mal kurzzeitig die Königin als meistgehasster Charakter der Serie ablöst. Eiskalter Psychopath. Sorry, Hound, have my sympathy. Auch hier hat die Serie natürlich einen hervorragenden Job mit dem Charakter gemacht, der im Buch noch eher skizzenhaft bleibt. Ansonsten: Schwer zu übersehen, dass Sansa-Kapitel deutlich weniger diskutierbaren Inhalt haben.

Kapitel 30 – Eddard

Was passiert
Ned inspiziert die Leiche von Ser Hugh, Jon Arryns Knappen, im Turnier getötet, und schafft es anschließend, dem König auszureden, am Melee teilzunehmen. Das Turnier wird vom Hound gewonnen, der Ser Loras vor einem wütenden Angriff des geschlagenen Gregor rettet. Am Abend erhält Ned Besuch von einem verhüllten Mann, der sich als Varys entpuppt und enthüllt, dass die Lannisters planten, Robert im Melee umbringen zu lassen.

Was Sache ist
Ned ist auch misstrauisch über das vorzeitige Ableben von Ser Hugh. Ein mögliches Follow-Up wäre nun, nachzuprüfen, wie eigentlich die Turnierplanungen ausgelost wurden, aber das wäre wohl zu praktisch gedacht. Tatsächlich kommt nicht mal er, sondern Barristan the Bild auf die Idee, Robert darauf aufmerksam zu machen, dass er im Melee wohl kaum ernsthafte Konkurrenz zu erwarten hätte. Ach Neddy. Ich mag Roberts menschliche Momente wirklich gerne, gerade in diesem Kapitel, vor allem, wie er sich der Tatsache bewusst ist, kein sonderlich guter Monarch zu sein: „More than once, I have dreamed of giving up the crown. Take ship for the Free Cities with my horse and my hammer, spend my time warring and whoring, that’s what I was made for“, und dass ihn nur der Gedanke an Joffrey con Cersei auf dem Thron davon abhält – sympathisch, dito, dass er Ned, wohl als einzigem, ohne weiteres verzeiht, dass Ned ihn nicht einmal anlügen und ihn zum König par excellence erklären kann. Ein herrlicher Austausch, der zurück zum Turnier leitet, wo wir zunächst noch mehr liebliche Geschichten über Ser Gregor zu hören bekommen und dann nebenbei angedeutet wird, dass Tyrion, wäre er zugegen, auf jeden Fall auf Jaime wetten würde, was zumindest einen legitimen Zweifel an Littlefingers Geschichte bezüglich des Dolches anmeldet, natürlich nicht für Ned, der wie immer das Wichtigste übersieht. The Mountain verübt vor aller Augen einen kaltblütigen Mordversuch und wird aus irgendeinem Grund nicht dafür bestraft, obwohl ich nicht den Eindruck hatte, dass Robert für jemanden wie ihn große Sympathien hätte (und zumindest Renly Grund hätte, sich für eine Bestrafung einzusetzen. Zumindest ein paar Peitschenhiebe sollten ja wohl drin sein).

Thoros und Anguy, von denen wir in späteren Bänden noch mehr lesen werden, gewinnen jeweils Turniere; Arya taucht kurz auf und vollführt Tanz(fort)schritte; Ned rätselt über Bran, Gendry und Jon Arryn und erhält dann Besuch von Varys, der 1. die Existenz von Geheimtunneln im Red Keep enthüllt, die nur er kennt (wichtig!), und 2. Ned, der schon zuvor leicht besorgt darüber war, dass Robert so sehr von Lannisters umgeben ist, darüber informiert, dass die rote Brut es jetzt aktiv auf Roberts Leben abgesehen hat, natürlich auch das – vom Zeitpunkt her – tendenziell Neds Schuld, der eben eine Bedrohung darstellt, zumal eine, die ebenfalls Fragen stellt. Günstig außerdem, dass Stannis und Lysa außer Reichweite sind. Ein wenig amüsant, dass Varys und Littlefinger wetteifern, wer der Hand nun am Hilfreichsten sein kann – beinahe schade, dass wir die beiden in den Büchern nie im Zwiegespräch bekommen, aber auch das verrät viel darüber, wer die eigentlich geschicktesten Spieler sind.

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