George R.R. Martin – A Game of Thrones: Kapitel 31-32

„Wizards die the same as other men, once you cut their heads off.“

Eine wunderschöne Zusammenfassung der ganzen Reihe, und vermutlich foreshadowing. Diesmal Spoiler für „A Dance With Dragons“, beware!

Kapitel 31 – Tyrion

Was passiert
A Game of ThronesTyrion fügt sich in seine Gefangennahme in der Erwartung, sein Vater würde früh genug davon erfahren und seinen Transport nach Winterfell abfangen. Früh genug muss er jedoch feststellen, dass Catelyn Stark ihn ausgetrickst hat: Statt gen Norden zu ziehen, schlägt die Gemeinschaft den Weg durch das Tal in Richtung der Eerie ein, dem Sitz der Arryns und damit von Cats Schwester Lysa; eine gefährliche Route, die durch das Gebiet kriegerischer Bergclans führt. Bald genug wird die kleine Kohorte angegriffen, und Catelyn und Tyrion finden sich Seite an Seite in einem Kampf auf Leben und Tod wieder.

Was Sache ist
Eine wundervolle Note, dass Tyrion sich darüber, dass er sich von Cat hinter Licht hat führen lassen, mehr ärgert als über die Gefangennahme selbst. Tyrion trifft Bronn und hat einen ersten humorvollen Austausch, und natürlich seine erste Schlacht – das Deskriptive ist nicht Martins stärkste Seite, aber zumindest schafft er dieses heillose Chaos, selbst bei einem solch kleinen Getümmel, gut anzudeuten, es ist jedenfalls ein willkommen realistischer Kontrast zu der Tolkien’schen Art und Weise, Schlachten zu schreiben. Tyrions Ansage, er würde nie gegen seine Familie wetten, ist offensichtlich nicht aus der Luft gegriffen, was ja von Relny bereits einige Kapitel zuvor angedeutet wurde (wovon Cat natürlich nichts wissen kann). Und Littlefinger wird nicht leichter zu durchschauen, oder besser, er wird insofern leichter zu durchschauen, als sein Hauptziel zu sein scheint, Chaos zu stiften. Wir bleiben dran.

Kapitel 32 – Arya

Was passiert
Bei einer der Übungen, die Syrio Forel ihr aufträgt, verläuft Arya sich im Red Keep und landet in den Kellern, wo sie zuerst Drachenskelette findet und dann eine Unterhaltung belauscht, die nicht für ihre Ohren bestimmt ist: Zwei Männer fürchten die Fortschritte von Neds Ermittlungen und erwarten einen baldigen Kriegsausbruch zwischen Starks und Lannisters, der jedoch zu früh sei – zu früh für die Wiederauferstehung der Targaryen-Dynastie. Als Arya Ned davon berichten will, werden sie von Yoren unterbrochen, der Nachricht von Tyrions Gefangennahme durch Cat bringt.

Was Sache ist
Ein zentrales Kapitel – und eines, das ich beim ersten Lesen sicher nicht ganz verstanden habe, wie ich mich erinnere. Jetzt scheint offensichtlich, dass die beiden Männer Varys und Illyrio sind, wobei ich nicht ganz verstehe, warum Letzterer in Persona nach King’s Landing reist, aber gut. Ihre Unterhaltung scheint zunächst mal anzudeuten, dass sie für Jon Arryns Tod verantwortlich sind. (Was nicht stimmt.) „The fools tried to kill his son“, ist offensichtlich auf die Lannisters gemünzt. Illyrio drängt darauf, den Krieg hinauszuzögern, um Danys Willen (wobei Drache Nummer 2 nicht erwähnt wird, was mich fragen lässt, ob Martin diesen Teil zu dem Zeitpunkt wohl noch nicht geplant hatte), und Varys verspricht sein Möglichstes und fodert „gold, and another fifty birds“, was wohl heißen soll, Sklavenkinder. Ich habe nach diesem Kapitel noch mal den Epilog des fünften Buchs gelesen, und beide Kapitel sind ganz klar als Klammerschluss gemeint: Tommen kommt darin vor, zusammen mit dem fetten einäugigen Kater, den Arya in diesem kapitel jagt und über den Tommen sich in Band 5 beschwert. Die Kinder (=Whisperers), um die Varys hier bittet, tauchen dort auf (und erinnern mich an die Schattenkinder von Apt und whatshername, Kalams Teilzeitgeliebter in Eriksons Malazan Book of the Fallen). Außerdem schließt sich im Epilog der Kreis in Varys‘ Bemühungen, den Krieg zu verlängern, um hier Daenerys‘, dort Aegons Rückkehr zu ermöglichen. Wie gesagt, erscheint mir der Fokus auf die beiden Drachen hier nicht ganz durchdacht, trotzdem eine faszinierende Parallele (die im Übrigen auch die Geheimgänge durch den Palast, die später noch relevant werden, in besonderer Weise hervorheben). Natürlich glaubt Ned, Idiot unter der Sonne, nichts davon, obwohl Arya ganz klar „book“ und „bastard“ im Zusammenhang identifiziert, was Ned eigentlich sagen sollte, dass das Gespräch durchaus von Interesse wäre. Aber da Ned und Catelyn die einzigen beiden Personen im Reich sind, die noch weniger zu kohärenter Logik fähig sind als Cersei … Seufz.

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