Girls 4×02 – Triggering

„Is it normal when you get to a new place that you think about suicide for the first time ever?“

Was passiert
Girls - Season 4Hannah hat es endlich nach Iowa geschafft und stellt fest, dass die Mietpreise dort leicht von denen in New York City abweichen. Auch die sonstigen Gepflogenheiten scheinen zunächst etwas ungewohnt. Ihre ersten Erfahrungen beim Writers Workshop gestalten sich eher ernüchternd, als ihre neuen Komiliton*innen für ihre essayistische Prosa nur wenig Verständnis aufbringt, sie wird von einer Fledermaus terrorisiert und bemerkt obendrein bald, dass sie Adam mehr vermisst, als sie sich eingestehen möchte. Zum Glück erhält sie schon bald Besuch aus der Heimat, der sie aus ihrem Selbstmitleid reißt.

Was Sache ist
Meine fluffige Lieblingsserie wird dieses Jahr steiniges Territorium vor sich haben. (Gut, dass Hannah mit Sturzhelm unterwegs ist.) Das erscheint ziemlich unausweichlich nach einer durchaus lustigen Episode, die Hannah gelungen in ihre neue Umgebung einführt, sich aber selbst auf die Füße tritt, die drei anderen Girls irgendwie mit im Bild zu halten. Hannahs Dialog mit Marney wäre mehr als verzichtbar gewesen zugunsten von mehr Andrew Rannells, und zu der Szene mit Jessa und Shosh muss ich nichts sagen, könnte es auch gar nicht. Der Titel der Serie war immer ein müder Versuch, nicht allzu offensichtlich werden zu lassen, dass die „Girls“, um die es geht, Hannah Horvath und Lena Dunham sind. Wenn die Serie in Staffel 4 bereit ist, etwas offensiver dazu zu stehen, wäre ich nicht traurig drum, zumal die räumliche Trennung es umso schwieriger machen wird, eine dauerhaft überzeugende Antwort auf die Frage zu liefern, warum diese vier dysfunktionalen Personen miteinander befreundet sind. (Zumal die geläufige und nicht ganz uneinsichtige Antwort, NYC bedinge Dysfunktionalität und umgekehrt, jetzt nicht mehr zieht.)

Ich finde das übliche Kritikerspiel „Wann spricht Hannah und wann Lena?“ in der Regel langweilig und möchte Hannahs erstes Writers-Workshop-Seminar lieber als flapsigen Kommentar dazu verstanden wissen, wie ein NYC-Leben einen Menschen zu überzogener Selbstwahrnehmung erzieht. (Nicht, dass ich dabei an Hannahs Antwort auf die Kritik an fehlender männlicher Perspektive in ihrer Story etwas auszusetzen hätte. Gibt es Menschen, die das an „Girls“ bemängeln?) Hannahs Mangel an Reaktion auf jedwede Art von Kritik, ob nun themenbezogen oder persönlich, ist offensichtlich ein Motiv, das sowohl auf der Handlungs- als auch der Autorinnenebene die Serie nach wie vor vorantreibt (und damit, das darf angemerkt sein, Charakterentwicklung nur in begrenztem Umfang, wenn überhaupt, zulässt), und Dunham hat an diesem Punkt eigentlich nur noch die Option, dieses Motiv so witzig wie möglich zu verkaufen, was nach wie vor großartig funktioniert (wie auch so ziemlich jede Fish-out-of-Water-Pointe in dieser Folge, die über den doch spürbaren Mangel an Handlung hinweghelfen). Highlight der Folge: Der vollkommene (und vollkommen gerechtfertigte) Mangel an Bereitschaft vonseiten Hannas Eltern, auf ihren Dramatismus weiter einzugehen. (Okay, vielleicht wüsste ich da schon gerne, inwieweit Dunham da aus Erfahrungen zehrt.) „Iowa“ scheint doch zumindest für eines gut gewesen zu sein, nämlich eine zumindest ansatzweise glaubwürdige Vorlage zu liefern, um Elijah auf dem Bildschirm zu halten. Es bleibt bemerkenswert, wie unglaublich schnell Rannells (und gerade sein geniales Zusammenspiel mit Dunham) essenziell für den Charme der Serie geworden ist. (Was sollen eigentlich diese ganzen Klammern?)

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