George R.R. Martin – A Game of Thrones: Kapitel 33-34

„‚I’m on my way to dine with Lady Tanda. Lamprey Pie and roast suckling pig. She has some thought to wed me to her younger daughter, so her table is always astonishing. If truth be told, I’d sooner marry the pig, but don’t tell her. I do love lamprey pie.'“

Kapitel 33 – Eddard

Was passiert
A Game of ThronesVarys bringt Jorah Mormonts Bericht vor den Kleinen Rat, Daenerys erwarte ein Kind. Außer sich vor Wut über die Aussicht, dass sich die Linie der Targaryen fortsetzen wird, ordnet Robert an, für ihren Tod zu sorgen. Ned lehnt den Mord an einem Kind rundheraus ab; den Tod von Kindern zu verhindern war der Grund für ihre Rebellion gegen Aerys, insistiert er und bringt Robert damit so in Rage, dass dieser droht, eine neue Hand zu finden, woraufhin Ned das Amt hinwirft. Wenig später wird er von Littlefinger aufgesucht, der das Bordell gefunden hat, in dem Jon Arryn und Stannis Baratheon gemeinsam gesehen wurden.

Was Sache ist
Let’s talk about child murder! Dass Neds Prinzipientreue hier ausnahmsweise mal angebracht ist, ist klar. (Zumal jetzt die Chance wäre, sich geschmeidig aus der ganzen Sache herauszuziehen, was er auch selbst erkennt. Hach, Littlefinger …) Danys Schwangerschaft (oder alternativ eine Heirat Viserys‘) wäre früher oder später wohl unausweichlich gewesen, was hier mal wieder Roberts typischen Mangel an Voraussicht zeigt. Warum er Viserys bisher nur halbherzig hat verfolgen lassen, ergibt in dem Kontext nicht wirklich Sinn, Jon Arryn hin oder her; es ist eine Sache, Dany am Leben zu lassen, eine andere, den rechtmäßigen König zu dulden. (Nicht dass ich den Targaryen-Anspruch auf den Thron für rechtmäßiger halten würde als den Roberts, aber ich bin auch nicht gerade ein glühender Monarchist, alles in allem.) Der Rest des Rates reagiert erwartungsgemäß: Varys lehnt sich mit dem Wind, wobei ich annehme, dass er vor allem deshalb zustimmt, weil er Littlefingers Einschätzung teilt, dass ein Attentat wahrscheinlich missglücken und den Khal nicht gerade extatisch stimmen wird. Selmy liebt seine Ehre, Littlefinger liebt Littlefinger – ging doch so? – und Renly ist halt auch Opportunist, glühender. Varys nutzt das Theater, um mal eben die Tränen von Lys in die Runde zu werfen und zu schauen, was passiert, wobei ich den Eindruck habe, dass Ned bis Ende des Kapitels Pycelles Reaktion schon wieder vergessen hat, weil er inzwischen sogar Robert wegen Jons Tod verdächtigt und tausend andere Sachen im Kopf hat. Eigentlich ist Chapter 33 ein Littlefinger-Kapitel. So viele schöne Zitate.

Kapitel 34 – Catelyn

Was passiert
Catelyn und ihre Begleiter treffen im Tal von Arryn ein und werden von ihrem Onkel, Ser Brynden Tully, genannt der Blackfish begrüßt. Er warnt Cat, in Lysa nicht das vorzufinden, was sie sich erhofft. Auf Cats Drängen wird Cat von einer Bergführerin namens Mya Stone noch im Dunkel der Nacht zur Eyrie emporgeführt, wo Lysa Cat beschuldigt, sie in den Konflikt mit den Lannisters hinein zu ziehen. Sie scheint nur an ihren kränklichen Sohn Robert zu denken.

Was Sache ist
Die Eyrie ist eine ziemlich coole und unwahrscheinlich unpraktische Festung. Allein das Ding zu bauen – hey, warum nicht mal eine Pyramide in die Alpen setzen? Ganz oben natürlich. Oh, mit mittelalterlichen Baumethoden. Und Sklaven gibt’s übrigens auch nicht, du musst deine Burgen (da nicht nur eine, sondern quasi vier davon) schon selbst den Berg hochtragen. Mit Mauleseln. Gut, mag das Ding uneinnehmbar sein (solange du nicht gerade in einer Welt lebst, in der fliegende feuerspeiende Riesenechsen existieren); man muss trotzdem nicht viel mehr tun als das Tal zu erobern (die Beschreibung lässt nicht wirklich abschätzen, wie einfach das geographisch möglich ist, aber immerhin scheint das Tal einen Zugang zum Meer zu haben) und die Eyrie aushungern, oder halt ignorieren. Niemand muss die Burg ernsthaft erobern. Coole Location für einen Fantasy-Roman, würde aber in einem solchen mit mehr Fantasy und weniger Realismus irgendwie besser funktionieren. Oder überhaupt. (Solange ich da nicht rauf muss, kann es mir auch egal sein. Überlassen wir das mal den Maultieren.) Apropos Maultiere, Mya Stone erinnert mich an eine etwas erwachsenere Version von Arya. Catelyn gewinnt nicht unbedingt Sympathiepunkte damit, sämtliche uneheliche Kinder zu verabscheuen. Okay, Westeros könnte ein wenig Feminismus vertragen, aber es scheint mir von Cats Seite her wenig reflektiert, dass sie einerseits Probleme mit Ehebruch hat, andererseits aber die Notwendigkeit politischer Hochzeiten einsieht und gleichzeitig Mya bedauert, weil sie ihre Beziehung für unrealistisch hält. Entscheide dich mal, Madame. (Und ja, natürlich wäre das Problem einfach zu lösen, wenn außerehelicher Sex für Frauen sozial ähnlich akzeptabel wäre, aber Catelyn wäre dafür natürlich immer noch verstockt.) Ugh. Das ist echt nur ein Nebenschauplatz, aber ihr Verhalten Jon gegenüber ist einfach so dermaßen unakzeptabel … Ein leichter Hang zu psychotischem Verhalten läuft wahrscheinlich in der Familie.

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