Girls 4×04 – Cubbies

„I’m not screaming in front of you. I’m doing that in private. With them.“

Was passiert
Girls - Season 4Hannah, die hart unter ihrer Schreibblockade leidet, verfasst einen nicht vielleicht völlig einsichtigen Entschuldigungsbrief an ihre Class Mates, den diese mit wenig Begeisterung aufnehmen, was Hannah zu einem Gespräch mit der Seminarleiterin und schließlich zu einer Entscheidung bringt. Marnie erwartet Unterstützung von ihren Freundinnen, die sich für ihre Musik aber nicht wirklich erwärmen können. Nach einem missratenen Bewerbungsgespräch wälzt Shoshanna sich in Selbstmitleid und entschließt sich zu einem Besuch bei Ray, der Probleme mit dem New Yorker Straßenverkehr hat.

Was Sache ist
Ich vermute, Dunham hatte noch eine offene Rechnung mit New Yorker Autofahrer*innen und/oder herumbrüllenden Irren, und das hier ist die passiv-aggressive Umsetzung. Ray hat wie immer den sympathischsten Auftritt, was in diesem Kontext schon bemerkenswert ist. Auf der anderen Seite braucht es eigentlich mehr Verrückte, die im Straßenverkehr herumbrüllen. So oder so, der Anlass gab Ray nicht allzu viel zu tun, und seine Szenen mit Shosh sind in dieser Episode eher seicht (und leider cliché-überladen) geraten. Mein Gefühl sagt, dass diese mäßig interessante Bewerberei, die Shoshs monumentales Selbstwertgefühl noch ein wenig mehr ankratzt, nur die erwartbare arrogante Überlegenheit aufsetzt, die sie zweifellos an den Tag legen wird, sobald sie endlich einen Job gefunden hat. Ihr Charakter ist einfach so berechenbar, dass er so langsam an die Grenze seiner Verwendungsmöglichkeiten stößt (was nur insofern schade ist, als dass sie Ray mit runterzieht). Witzig war auf der anderen Seite ihr Stelldichein mit Jessa und Marnie, die auf die erwartbare Kritik diesmal immerhin nicht mit einem emotionalen Zusammenbruch reagiert, nur mit der weit hergeholten Ansage, dass Hannah eine bessere Kritikerin abgeben würde.

Die Szene allein war für ein paar Lacher gut, auch wenn der unausweichliche Auftritt von Desi jegliche potentielle Sympathie für Marnies Situation gleich mal wieder vom Tisch gefegt hat. Talk about emotional abuse. Können wir den Typen bitte absägen, und Marnie verbringt einfach den Rest der Staffel damit, sich durch die feministische Weltliteratur zu lesen und dabei *nicht* zu singen? Zum Thema Weltliteratur: Hannah gelangt nach drei Folgen ermüdenden Herumsitzens endlich zu dem Entschluss, dass Iowa sie dort jedenfalls nicht hinbringen wird. Das Gespräch mit ihrer Seminarleiterin, in dem sie zugibt, dass sie sich gefreut hätte, wäre sie aus dem Workshop geflogen, war tatsächlich seit Längerem mal wieder ein Moment, in dem ich sehr mit Hannah mitgefühlt habe. Ob die ganze Iowa-Erfahrung nun irgendetwas zu ihrer Charakterentwicklung beitragen wird, sei mal dahingestellt; die Erkenntnis, dass nicht jede*r Kunstschaffende für solche Kurse geschaffen ist, ist jedenfalls richtig und wichtig (und war längst fällig). Zum Finale der Episode weiß ich noch nicht recht, was ich denken oder fühlen sollte; das lasse ich mal offen bis nächste Woche.

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