George R.R. Martin – A Game of Thrones: Kapitel 41-42

„A chain needs all sorts of metals, and a land needs all sorts of people.“

Kapitel 41 – Jon

Was passiert
A Game of ThronesEine Handvoll der Rekruten, kündigt Ser Alliser widerwillig an, wird bald ihren Eid ablegen und damit offiziell der Night’s Watch angehören dürfen. Darunter befinden sich auch Jon, Pyp und Grenn. Während die anderen feiern und spekulieren, wer von ihnen welche Aufgabe zugeteilt bekommen wird – Ranger, Builder oder Stewart -, ist Jon nicht völlig zufrieden damit. Er muss daran denken, dass Sam Tarly damit wieder Thornes nicht vorhandener Gnade ausgeliefert sein wird und Jon ihn nicht länger beschützen kann. Ein nächtlicher Ausritt bringt ihn auf eine Idee, und er zieht Maester Aemon ins Vertrauen.

Was Sache ist
Warum würde irgendjemand Ranger sein wollen? Erst recht in einer Zeit, in der dem Anschein nach jeder Ausritt gen Norden darin endet, dass die betreffenden Personen spurlos verschwunden? Es sagt natürlich wieder einmal viel über die personelle Dünne der Watch aus, dass die sichtlich schlecht vorbereiteten Jungs für die Aufnahme bereit erklärt werden, um Platz für eine Handvoll neuer Rekruten zu schaffen. Jon zeigt erste Anzeichen von Führungsqualitäten, indem er, statt sich zu freuen, primär an Sam denkt und tatsächlich mal was Kluges macht. (Das in einer Gesellschaft, in der begnadete Schwertschwinger den Wert anderer Menschen, a.k.a. Männer, meist an genau diesem Talent messen. Ned scheint seinen Söhnen zumindest etwas Brauchbares eingetrichtert zu haben, auch wenn er selbst bei seiner Ankunft in King’s Landing natürlich erst mal daran scheiterte, in dem Kleinen Rat ein passables Werkzeug zu sehen, das man nur zu benutzen lernen müsste.) Hach, jetzt schreibe ich schon über Ned, weil die Jon-Kapitel so langweilig sind …

Kapitel 42 – Tyrion

Was passiert
Nach Bronns Sieg müssen er und Tyrion sich gemeinsam über die High Road retten, durch das Gebiet der Stämme. Bronn bevorzugt einen schnellen, heimlichen Ritt bei Nacht, eine Vorgehensweise, die Tyrion für aussichtslos hält. Während sie gemeinsam auf die Nacht warten, erzählt Tyrion dem Söldner von seiner ersten Liebe.

Was Sache ist
Tyrions „Du bist vielleicht ein kampferfahrener Badass, aber ich bin das Gehirn dieser Operation“-Attitüde ist nichts weniger als vortrefflich. Bleiben wir einfach hier sitzen und warten, bis die Barbaren kommen, und dann schaue ich mal, ob ich mich aus dieser Nummer rausreden kann, bevor sie uns aufspießen. Martin beweist Sinn für den Ton der Geschichte, indem er das Kapitel von Anfang an nicht auf Spannung trimmt (hey, an diesem Punkt ist Tyrion der Hauptgrund, warum wir dieses Buch lesen, und er weiß das), sondern den Beginn einer Buddy-Story mit komödiantischen Einlässen („‚How would you like to die, Tyrion son of Tywin?‘ ‚In my own bed, with a belly full of wine and a maiden’s mouth around my cock, at the age of eighty'“ – ob das passiert, wage ich zu bezweifeln, aber man darf ja hoffen) schreibt und die Gelegenheit nutzt, gleich noch eine ziemlich traurige Vorgeschichte mit loszuwerden, die gleichzeitig auch unsere Einführung in Sachen Tywin Lannister ist – fuck that guy. (Erste Bonuspunkte dafür an Jamie für eine zumindest gut gemeinte Aktion, zumindest soweit wir wissen.) Hier beziehe ich mal Stellung für das Buch; die Szene funktioniert hier deutlich besser als in der Serie, mit Shae anwesend, womit ich immer meine Probleme hatte. Tyrion räumt nicht gerne Verwundbarkeit ein, zumindest keine, die über seine körperlichen Defizite hinausgeht, und er tut es hier nur, weil er nicht damit rechnet, den nächsten Tag zu erleben. Bereits an diesem Punkt ist die Beziehung zwischen Tyrion und Bronn damit großartig vielschichtig – eh der wohl beste Teil der ersten beiden Bücher.

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