George R.R. Martin – A Game of Thrones: Kapitel 49-50

„My words lied. My eyes and my arm shouted out the truth, but you were not seeing.“

Hey, ein rundes Jubiläum.

Kapitel 49 – Eddard

Was passiert
A Game of ThronesRobert stirbt, und Ned beruft sofort den Kleinen Rat ein, um sich zum Regent der Sieben Königslande ausrufen zu lassen. Auch Cersei war jedoch nicht untätig; sie und König Joffrey lassen den Rat in den Thronsaal rufen. Ned, der sicher ist, dass die Stadtwache auf seiner Seite steht (auch wenn Renly und Loras mitsamt ihren Truppen überstürzt die Stadt verlassen haben), verflucht Cerseis Sturheit. Sie bringt ihn dazu, Joffreys Herkunft in Frage zu stellen und zu verkünden, dass Stannis Baratheon der wahre Thronerbe ist. Daraufhin ermorden die Stadtwächter Neds Männer, und Littlefinger nimmt Ned gefangen.

Was Sache ist
Wenn Menschen, die schlauer sind als du selbst, nicht das tun, was du einkalkuliert hast, ist es an der Zeit, inne zu halten und deinen Plan noch mal zu überdenken. Renly und Loras reiten gemeinsam in die Nacht hinaus (und der Hof-Gossip macht „ooooh!“), und Cersei tut natürlich nicht das, was Ned erwartet, und das sollte ihm zu denken geben, zumal er zwanzig Kapitel in Folge heruntergebetet hat, wie er Littlefinger doch misstraut. Und Littlefinger nur, „I did warn you not to trust me, you know“ (was stimmt, und ich bin ihm absolut nicht böse). Und Ned nur, oh, stimmt, aber ich habe doch die Ehre auf meiner Seite … Diese sich langsam abzeichnende Katastrophe ist fabelhaft geschrieben, wie ein Autounfall in Zeitlupe. Neds Charakter in dieser Umgebung, es war eigentlich abzusehen, und trotzdem ist es immer noch unfassbar fesselnd. Cersei ist klug genug, das Theater nicht vor versammeltem Hof aufführen zu lassen, Varys hält sich natürlich zurück, Ser Barristan reagiert wie ein Roboter, dem man zwei einander widersprechende Befehle einprogrammiert hat, was ziemlich herrlich ist, und Joffrey geht ab wie Sweetrobin. Viel mehr passiert eigentlich auch nicht – das Kapitel ist eine ziemlich unspektakuläre Konsequenz von allem, was vorher passiert ist, wie das Ausrollen der Lawine, nachdem der Schaden angerichtet ist. Armer Ned.

Kapitel 50 – Arya

Was passiert
Vor der geplanten Abreise nach Winterfell hat Arya eine letzte Tanzstunde mit Syrio, sie werden jedoch unterbrochen von Meryn Trant und einigen Lannister-Wachen. Trant befiehlt, Arya einzufangen und Syrio zu töten, woraufhin dieser Arya befielt, zu verschwinden, und die Wachen besiegt, um schließlich Ser Meryn entgegen zu treten. Ayra flüchtet durch die Ställe, wo sie in Notwehr einen Stallburschen ersticht, und die unterirdischen Gänge aus dem Red Keep.

Was Sache ist
Curtain Call mit Fragezeichen für Syrio Forel, eine der besten der vielen großartigen Nebenfiguren, die wir nur ein paar wenige Kapitel lang kennen lernen. Wir haben leider nie erfahren, warum er eigentlich nicht mehr Erstes Schwert von Braavos ist, sondern „Tanzstunden“ für energetische Töchter hoher Häuser von Westeros gibt, was mich tatsächlich arg interessieren würde. Es hat nicht den Anschein, als wäre er wegen Inkompetenz gefeuert worden. Ich hoffe, dahinter steckt eine spannende Geschichte, die wir irgendwann zu lesen bekommen. Noch besser wäre natürlich, wenn Syrio selbst als gar nicht so tot herausstellen sollte, wie der Text suggeriert; von seinem tatsächlichen Ableben jedenfalls ist nie die Rede, und man wird ja noch hoffen dürfen. Das Figuren-aus-dem-Scheintod-zurückholen scheint GRRM stellenweise immerhin genauso viel Spaß zu machen wie das Niedermetzeln derselben. Und bevor ich an Meryn Trants überragende Fähigkeiten glaube …

Arya. Eines Tages wird deine Handlung großartig werden, Mädchen. Bis dahin, na ja. Ein bisschen Kindersoldatin-Dasein hat noch keinem geschadet. Oh Mann. Ich meine, okay, wir sind in einer Fantasywelt, in der vielleicht noch niemand PTSD erfunden hat, aber dennoch. Ich vermute, dass Joffrey in dem Alter noch niemanden abgestochen hat, und schau an, was aus dem geworden ist. Da ist Berufskiller wahrscheinlich genau die richtige Sparte für lebenslanges Glück. Ich weiß, dass ich früher oder später auf Arya-Awesome-Modus umschalten werde, aber im Moment ist Aryas Storyline einfach nur ein Gute-Laune-Killer. (Ja, Sansa, dir wird es auch schlecht gehen, aber immerhin hast du ein Bett und eine Kammerzofe und Klamotten zum Wechseln, und den Rest hast du irgendwie auch verdient. Team Arya Underfoot!) Gut für sie immerhin, dass Arya einen ziemlich unabhängigen Kopf hat, aber wie unfassbar fürchterlich das sein muss, als achtjähriges Mädchen aus einem Gemetzel in eine fremde Stadt hinauszustolpern, in dem du niemanden kennst und du nur hoffen kannst, dass niemand dich kennt. Selbst wenn dir Schwertkampf-Mantren von Übersee im Kopf herumspuken. Go Arya, go!

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