George R.R. Martin – A Game of Thrones: Kapitel 51-52

„In the songs, the knights never screamed nor begged for mercy.“

Kapitel 51 – Sansa

Was passiert
A Game of ThronesSansa wird zwei Tage lang in ihrer Kammer festgehalten. Ihre einzige Gesellschaft ist Jeyne Poole, die unter Tränen von den Kämpfen draußen berichtet. Lange, nachdem wieder Ruhe eingekehrt ist im Red Keep, wird Sansa von Ser Boros Blount zum Kleinen Rat geführt, wo die Königin ihr vom Verrat ihres Vaters berichtet, und die Ratsmitglieder bezweifeln, ob es unter diesen Umständen noch klug ist, Sansa mit dem neuen König Joffrey zu verheiraten. Verzweifelt verspricht Sansa, alles zu tun, was der Rat von ihr verlangt; das heißt vor allem, Briefe an ihren Bruder und ihre Mutter zu schreiben, den Frieden zu halten.

Was Sache ist
Ugh. Sansa. Ich habe darüber eigentlich nicht viel zu schreiben. Ihr Vater sitzt im Kerker, ein paar dutzend unschuldige Menschen, von denen sie die meisten gekannt haben dürfte, wurden gerade abgeschlachtet, und alles, woran sie denkt, ist Joffrey, von dem sie eigentlich wissen dürfte, dass er zumindest nicht der perfekte Prinz ist, den sie sich einredet. (Was Grund genug sein dürfte, dass sie ständig von Loras, Renly oder wer auch immer ihr gerade über den Weg läuft schwärmt.) Sie unterstellt sogar Arya „traitor blood“ und legt das politische Bewusstsein eines Stücks Toastbrot an den Tag. Ja, dafür wird man vielleicht nicht ausgebildet als hochwohlgeborene kleine Lady in Westeros, aber was hatte der Adel im Mittelalter schon groß zu tun, als sich über solche Dinge Gedanken zu machen? Ganz im Ernst: Was tut man den ganzen Tag lang als Sansa Stark außer Schlafen, Hof-Gossip, Nähen und Honigkuchen essen? Ich wäre von diesem Mittelalter-Hofleben ja schon in Rickons Alter gelangweilt genug, um mich halbtags in die Bibliothek von Winterfell einzuquartieren und ein bisschen mehr zu lesen als Minnesang-Blödsinn. Es ist echt schwer bis unmöglich, auch nur das geringste Verständnis für Sansa oder Interesse an ihrer Storyline aufzubauen, zumal sie das Buch hindurch reichlich irrelevant für die anderen Handlungsstränge ist. (Selbst, dass Sansa ihren Abreiseplan an Cersei verraten hat, hat ja keine relevanten Auswirkungen auf das Geschehen gehabt. Nun, wenn man nicht gerade Sansa, Arya oder der arme Fat Tom ist.) Entsprechend wäre es für das Tempo der Geschichte sicher förderlicher gewesen, Sansa, die ohnehin die wenigsten Kapitel hat, erst ab „A Clash of Kings“ zum PoV-Charakter zu machen. Es gibt an diesem Buch nicht mehr so viel zu verbessern, aber über diesen Punkt wäre durchaus nachzudenken.

Kapitel 52 – Jon

Was passiert
Die Nachtwächter finden die Leichen von Ben Starks Begleiter nahe der Mauer, in einem seltsamen Zustand, und bringen sie zurück nach Castle Black, wo die Neuigkeiten vom Hofe bereits eingetroffen sind. Jon lässt sich von Alliser Thorne provozieren und handelt sich eine Nacht in den Zellen ein. Doch es wird eine kurze Nacht, als einer der verstorbenen Ranger den Turm des Lord Commanders unsicher macht.

Was Sache ist
Sam, you cool. Jon, eher weniger. Sich von Gerede über Eltern provozieren zu lassen ist so was von Grundschulhof, und wenn Jon und seine Halbgeschwister aus diesem ganzen Debakel irgendetwas mitnehmen, dann vielleicht, dass man von Ehre nicht satt wird noch sich damit auch nur passabel verteidigen kann gegen jemanden mit nacktem Stahl in der Hand. Also, schwache Reaktion. (Auch wenn dieses ganze „Du hast keine Familie mehr, wir sind jetzt dein Leben“-Gehabe natürlich immer noch protofaschistisch-suspekt ist. Man kann es den Häusern im Süden nicht einmal zum Vorwurf machen, dass sie sich wohl stillschweigend dazu entschieden haben, diesen wirren Orden allmählich aussterben zu lassen. Würde ich auch tun. Schöne, solide Steinmauer südlich vom Neck bauen, und alles wird gut. Also, nicht, aber das weiß ja niemand, außer vielleicht Old Nan.) Ich mag die Schlussszene des Kapitels, eine der besten Actionszenen des Buches, auch wenn sich mir nicht so ganz erschließt, wie Jon so einfach aus seiner Zelle herauskommt (können sie sich nicht mal Schlösser leisten?). Wunderbar graphisch geschrieben. Mehr Direwolf-Drama!

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