Game of Thrones 5×02 – The House of Black and White

„A man is not Jaqen H’ghar.“

Was passiert
Game of Thrones Season 5Arya trifft in Braavos ein und wird vom Kapitän zum House of Black and White geschickt, wo sie nach Jaqen H’ghar fragt, jedoch abgewiesen wird. Brienne und Podrick stolpern indes unverhofft über Stark-Schwester #2, was Littlefinger wenig begeistert. In Dorne versucht Ellaria Sand, Prinz Doran Martell dazu zu bringen, sich für Oberyns Tod zu rächen – mithilfe von Myrcella, der Schwester des Königs, die sich als Müdel in Prinz Dorans Obhut befindet. Cersei erhält bereits eine unmissverständliche Drohung aus Dorne, woraufhin Jaime ihr verspricht, Myrcella zurückzuholen – jedoch nicht alleine.

Was Sache ist
Arya! Eine prinzipiell gute Entscheidung, sie aus der Auftaktfolge herauszulassen, da ihre Storyline in diesem Jahr zumindest dem Buch nach gänzlich abgehoben vom Rest der Serie abläuft (eventuelle Ausnahme: Davos) und sich entsprechend mehr Zeit und Ruhe nehmen kann. Umso schöner, dass sie Tom Wlaschiha als Faceless Man/Jaqen zurückgebracht haben. (Sind Rorge und Biter in der Serie eigentlich noch am Leben? Ich erinnere mich nicht …) Daumen hoch für die Optik von Braavos, ausgesprochen gelungen, und ich hoffe, dieses Jahr viel davon und von Arya zu sehen, auch wenn ich eher das Gegenteil befürchte, weil Aryas Nicht-Handlung (die mein definitiver Favorit in AFfC/ASoS ist) wohl zu viel Tempo aus der Story nehmen würde. Noch nicht ganz beeindruckt bin ich von Dorne, aber da gab es ja auch erst einen kurzen Einblick in die Wassergärten, von denen gerne mehr gezeigt werden dürfte außer Myrcella, die mit Trystane flirtet. Mit Areo Hotah (DeObia Oparei) tritt der im Übrigen (lässt man die Prologe/Epiloge außen vor) einzige nicht-adlige PoV der Buch-Reihe auf, eine der Schwachstellen von „A Song of Ice and Fire“ gegenüber ähnlich groß angelegten Epen wie „Malazan Book of the Fallen“; natürlich liegt der Fokus der Reihe auf den Charakteren, die das Spiel der Throne spielen, dessen Nachhall, gerade ab Band 3, aber umso besser zu zeigen wäre, wenn Buch und Serie sich nicht von einer Hochzeit zur anderen, von einer Intrige zur nächsten schwingen würden. Nun ja, das scheint die Serie sogar etwas besser zu machen; immerhin ist sie ja nicht an die PoV-Struktur gebunden, die GRRM zunehmend zu rigide zu sein scheint. Nebenbei ist Hotah halt auch der einzige nicht-weiße PoV … just saying.

Hier hat er, wie Alexander Siddig als Doran Martell, noch nicht übermäßig viel zu tun, trotzdem eine schöne Einführung für die Dorne-Handlung, die in der Serie wohl ein bisschen dynamischer verlaufen dürfte mit Jaimes Quest, die gefangene Prinzessin zu retten … Cliché-Gefahr? Vermutlich nicht mit Bronn an Bord, den Jerome Flynn zusehends kumpelhafter gestrickt hat, als er in den Büchern war, weshalb es hier auch großen Sinn ergibt, für die Serie von den Andeutungen abzuweichen, die in AFfC über Bronns weiteren Verbleib gemacht werden. Die allseite geliebte Tyrion/Bronn-Buddy-Story mit Jaime/Bronn weiterzuführen, ist dann auch narrativ stimmig und dürfte ein Highlight der Staffel werden, während bei Tyrion und Varys noch nicht viel passiert. Große Enttäuschung der Folge: Die völlig grundlos zusammengekürzte Wahl zum Lord Commander, die im Buch als ausgeklügelte Intrige von Sam Tarly, der all die großen Lords der Night’s Watch vorführt, wunderbar funktioniert. Hier passiert überhaupt nichts dergleichen, Jon wird einfach gewählt, was – sorry, Jon – einfach wenig Sinn ergibt; bei aller Antipathie für Alliser Thorne ist er der offensichtlich geeignetere Kandidat. Maester Aemon handelt out of character, Sam hat in der Folge nichts zu tun, als Gilly und Shireen (hach) zu nerven … doof gelaufen. Da hätte man deutlich mehr herausholen können.

Highlight der Folge: Stannis Baratheon bekommt ein schriftliches „Fuck you“ von einem zehnjährigen Mädchen, offensichtlich persönlich geschrieben. Dieser sardonische Zynismus, mit der Stannis (Stephen Dillane) in der Serie auf so ziemlich alles reagiert, was ihm nicht in die Karten spielt (also so ziemlich alles, was passiert), ist einfach wunderbar; ein Casting, mit dem ich nach anfänglicher Skepsis wirklich warm geworden bin. Fast so schön war Cerseis Ratssitzung; sie hat offensichtlich die hohe Kunst des „not now, Mace!“ beinahe so trefflich wie Olenna Tyrell gemeistert und ernennt Mace zum Master of Coin, was Lannister-Sprech für „Mein Lannister-Gold ist alle, gebt mir Tyrell-Gold, und zwar pronto“ ist. (Die Serie leuchtet jedes Mal, wenn ein Tyrell on screen ist, aus sehr unterschiedlichen Gründen.) Ian Gelder macht eine gute Figur als Kevan Lannister, der allerdings für Nicht-Lesende wieder einmal ein Fall von „wer ist das noch mal?“ sein könnte. Alte weiße Männer sind noch schwieriger auseinanderzuhalten als Unsullied!

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