Game of Thrones 5×04 – The Sons of the Harpy

„You must choose. Doran’s way and peace or my way and war.“

Was passiert
Game of Thrones Season 5Littlefinger bricht auf Cerseis Geheiß auf in Richtung King’s Landing, obwohl er Sansa gegenüber offenbart, dass er einen baldigen Sieg von Stannis über Roose Bolton und schließlich die Lannisters erwartet. Während Stannis allerdings in Castle Black damit beschäftigt ist, ein guter Vater zu sein, versucht Cersei ihre Machtbasis zu festigen, indem sie Mace Tyrell nach Braavos schickt und die Gelegenheit nutzt, um den Glauben wiederzubewaffnen und Ser Loras gefangen zu nehmen, was Margaery erzürnt. Jaime und Bronn treffen indes in Dorne ein, nicht ganz so heimlich, wie sie es sich erhofft hatten.

Was Sache ist
„The Sons of the Harpy“ erschien mir unfassbar kurz angesichts all dessen, was passiert. Um diesen Recap ein wenig systematischer zu gestalten, werde ich in Zukunft versuchen, mich an den Hauptschauplätzen entlang zu hangeln.

An der Mauer: Das am wenigsten spektakuläre Geschehen, sofern man Carice van Houten (Melisandre) nicht das Attribut spektakulär zugestehen möchte, passiert im hohen Norden, wo Queen Selise sich alle Mühe gibt, Cersei den Status meistgehasster weiblicher Charakter zu entreißen. Dabei ist Cersei wenigstens interessant, während Selise allenfalls eine einsimensionale Fanatikerin ohne erkennbare Parenting-Skills abbietet. Das hat dann zur Folge, dass Stannis (the Mannis) einen wunderbaren Moment mit seiner Tochter Shireen (der ich persönlich mehr als jeder anderen Figur, inklusive Bran, wünschen würde, ab Ende auf dem Iron Throne zu landen) und wird mit Staffel zu Staffel mehr zum Sympathieträger, definitiv eine Abweichung vom Buch, aber durchaus keine sinnlose. Abgesehen davon, dass der Trend hier eh zu sympathischeren Charakterzügen geht, siehe Bronn, krankt der Krieg der Fünf Könige ab A Feast for Crows irgendwie daran, dass man keine dieser Pappnasen auf dem Thron sehen möchte. Buch-Stannis: Kein guter König. Serien-Stannis: Vielleicht schon eher. Was es nicht unbedingt wahrscheinlicher macht, dass er das ganze Theater überlebt (ohnehin sichere Todeskandidatin für Buch 7: Melisandre), aber hoffentlich lassen Benioff und Weiss wenigstens Shireen in Ruhe und Storm’s End. Apropos Melli, ihre nicht ganz so subtilen Verführungsversuche reichen vielleicht für Stannis, scheitern aber an Jon Honor Snow, und Stannis kündigt zumindest an, sie nach Winterfell mitnehmen zu wollen, was die Chance zukünftiger Avancen eher gering erscheinen lässt. Aber mit Sam immer noch im Norden (und ohne Aussicht auf einen Maester Marwyn) und keinem Rattleshirt in Sicht scheint die Storyline sich für den Rest der Season eh auf „Jon reitet nach Hardhome und trifft vermutlich ein paar Others“ zu beschränken. Langweilig.

In Winterfell: Dagegen bekommen wir in der Gruft von Winterfell endlich das, worauf wir alle gewartet haben, nämlich vier Staffeln zu spät die Geschichte des Turniers im jahr des falschen Frühlings in Harrenhaal, bei dem Raegar Targaryen Lyanna Stark zur Queen of Beauty krönte und damit eine Entwicklung in Gang setzte, die im Endeffekt zu diesem ganzen Schlamassel geführt hat. Ich hatte eigentlich keine große Hoffnung mehr, dass die Story für die Serie noch Relevanz entwickeln würde. Jetzt darf wohl wieder gehofft werden. Weniger begeisternd war Littlefingers Monolog darüber, dass Stannis garantiert den Krieg gewinnen würde; wenn Littlefinger etwas nicht besitzt, dann ist es militärischer Sachverstand, und das sollte er auch wissen. (Ganz davon ab, dass es in seinem eigenen Interesse liegen dürfte, alles zu tun, um einen König Stannis zu verhindern, der für jemanden wie Littlefinger nicht viel Liebe übrig haben dürfte. Aber vielleicht ist Soft Serien-Stannis ja ein wenig toleranter.) Ebenso Out-of-character erscheint mir, Sansa allein mit den Boltons zurückzulassen. Sehr wahrscheinlich, dass Littlefinger über Ramsay zur Genüge Bescheid weiß, und dass Sansa für ihn Ersatz-Cat ist, wurde zur Genüge etabliert. Ich bin bislang ziemlich unzufrieden mit dieser Entwicklung.

In King’s Landing: Cersei schließt das in „High Sparrow“ schon angedeutete Bündnis mit demselben, schickt Not Now Mace bequemerweise außer Landes und lässt Ser Loras durch Lancel gefangen nehmen, um Margaery schachmatt zu setzen. Gut in Szene gesetzt, und es funktioniert so halb, weil die Serie bislang einen ziemlich miserablen Job gemacht hat, die Folgen des Kriegs nachzuzeichnen. Da dieser hauptsächlich von Starks, Tullys und Lannisters geführt wurde, ist in den Büchern die Armee der Westlande so geschwächt, dass King’s Landing und eigentlich der komplette Süden von Westeros, mit Ausnahme von Dorne, zu diesem Zeitpunkt von den Tyrells dominiert wird – unter anderem dadurch, dass Not Now Mace nicht der einzige Lord der Reach ist, der in King’s Landing Fäden zieht, sondern mit den Lords Redwyne und vor allem Tarly kompetente Sidekicks hat. Das ist die Bedrohung, gegen die Cersei in den Büchern intrigiert und dilletiert; ihr kleines Eifersuchtsdrama mit Margaery ist dagegen reichlich billig und verliert ohne diese größeren Kontext massiv an Schwung. Entsprechend ist wohl davon auszugehen, dass den Faith Militant, den bewaffneten Spatzen, in der Serie eine bedeutend größere Rolle zukommen wird. Das Resultat dürfte weder für Cersei noch Margaery sonderlich wünschenswert sein. Nichtsdestoweniger sollte nun eine Reaktion der Tyrells in Aussicht stehen; insbesondere ist eine Rückkehr von Diana Rigg als Olenna Tyrell bereits angekündigt.

In Dorne: Währenddessen landet unsere Lieblings-Buddy-Comedy im schönen Dorne, das so nahe der Küste wüster aussieht, als ich erwartet hätte. Es wäre natürlich praktikabler gewesen, ein Lannister-Schiff als Händler auszustaffieren, als auf einem echten Händler anzuheuern, aber dann wären wir ja um eine Kampfszene ärmer gewesen. Dieses Setting ergibt nicht übermäßig viel Sinn, macht aber Spaß, weil Nikolaj Coster-Waldau und Jerome Flynn wunderbar umeinander spielen können und jetzt schon beinahe so gut funktionieren wie Bronn und Tyrion zu ihren besten Zeiten. Dazu bekommen wir … Sand Snakes! Ellaria lässt Obara (Keisha Castle-Hughes), Tyene und Nym antanzen und für ihr Projekt Mord-an-Lannister-Prinzessinen anheuern. Ich bin gespannt.

In und um Meereen: Ein gewisser Zwerg und ein exilierter Bär rudern (zurück) nach Meereen und liefern sich Expositionsdialoge über Dinge, die wir bereits wissen. Naja. Ausnahmsweise spannender ist die Lage in Meereen selbst, wo Hizdahr zo Loraq Dany bekniet, die Kampfgruben wieder zu öffnen, um für allgemeine Versöhnung zu sorgen und die Söhne der Harpye vom weiteren Morden abzuhalten. Konsequenterweise sehen wir anschließend weiteres Morden, als Grey Worms Patrouille überfallen wird und Barristan Selmy zur Hilfe eilt, nur um im Schlussbild der Folge anscheinend gemeinsam mit Grey Worm den Löffel abzugeben. Ich vermute nein – nicht dass Benioff und Weiss vor dem Ableben mehr oder weniger zentraler Figuren zurückschrecken, aber diese Todesszene erscheint doch arg überflüssig im größeren Kontext, selbst wenn man unterstellt, dass Selmy in der Serie wohl nicht die gleiche Bedeutung zukommen wird wie in „A Dance With Dragons“.

Beste Szene der Folge: „You know nothing, Jon Snow.“ Ich habe leicht hyperventiliert. Und „leicht“ ist gelogen.

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