Game of Thrones 5×05 – Kill the Boy

„Kill the boy, and let the man be born.“

Was passiert
Game of Thrones Season 5Während Jon Snow ein Bündnis mit Tormund Giantsbane schließt und damit bei seinen Brüdern auf wenig Gegenliebe stößt, bricht Stannis mit seiner Armee gen Winterfell auf, wo Sansa indes in den Hundezwingern Reek wiederfindet und Ramsay sich mit einer eifersüchtigen Myranda herumplagen muss. Nur Roose und Fat Walda haben frohe Neuigkeiten zu verkünden. Schwer hat es auch Dany, die nach dem Überfall auf Grey Worm und Ser Barristan eine folgenschwere Entscheidung zu treffen hat. Helfen könnte Jorah, der mit Tyrion im Schlepptau die Ruinen des alten Valyria durchquert.

Was Sache ist

Man bemerkt die Staffelmitte: „Kill the Boy“ war die vielleicht schwächste Folge der Staffel bisher, viel Stückwerk dabei, das künftige Entwicklungen aufsetzt, ohne in sich selbst überragenden Unterhaltungswert zu bieten. Nichtsdestoweniger hatte die Folge ihre Höhepunkte.

Im Norden: An der Mauer steht insbesondere eine Storyline an, die ich fast schon abgeschrieben hatte – Maester Aemon beklagt sich darüber, langsam zu Tode zu frieren, und Sam sucht in der zu kleinen Bibliothek von Castle Black erfolglos nach Hinweisen auf die White Walkers und Obsidian, zwei Szenen, die recht sicher ankündigen, dass wir tatsächlich eine Reise von Sam, Gilly und Aemon nach Oldtown sehen werden. Das freut mich ungemein – nicht, dass Sams Handlung in „A Fest for Crows“ sonderlich spannend gewesen wäre, aber immerhin bekommen wir Oldtown und die Zitadelle zu sehen, und dann vermutlich auch Maester Marwyn, zumindest sehe ich keinen anderen Anlass, diesen Handlungsbogen in die Serie einzuarbeiten. Zu Jon bleibt eigentlich nur zu sagen, dass er etwas mehr rhetorisches Talent vertragen könnte: Das Argument, die Wildlinge nicht den White Walkers und ihrer wachsenden Zombiearmee überlassen zu wollen, ist gut, hat aber offensichtlich nicht viele der schwarzen Brüder überzeugt. Damit dürfte Jon bald ziemlich einsam werden da oben. Etwa so einsam wie Sansa in Winterfell, die das freudloseste Dinner seit der Roten Hochzeit miterleben darf, inklusive Alfie Allen (Theon), den ich zunehmend großartig in seiner Rolle finde. Außerdem darf Iwan Rheon mal wieder seine nackte Rückseite zeigen: „Misfits“-Referenz! In Sachen erotischste Sex-Szene hat „Game of Thrones“ allerdings noch Nachholbedarf.

In Meereen und Valyria: Dany macht zur Abwechslung mal etwas richtig, von einer realpolitischen Warte aus, indem sie die Anführer der einflussreichsten Familien Meereens in ihrem Kerker versammelt und einen vor den Augen der anderen an ihre Kinder verfüttert. (Das Maß an Kontrolle, dass Dany über ihre Drachen ausübt, scheint allerdings arg zu schwanken, je nachdem, wofür das Skript die Drachen braucht. Naja.) Wir bekommen mit, dass Ser Barristan tatsächlich tot ist; Kenner*innen der Bücher dürfte damit wohl der angepeilte emotionale Impact des Finales der letzten Folge etwas abgegangen sein. Damit habe ich ab sofort offiziell keine Ahnung mehr, was in Meereen passieren wird, was sich leicht merkwürdig anfühlt. Es gibt mehr überflüssige Grey Worm/Missandei-Romanze, wobei letztere anschließend Dany einen guten Ratschlag gibt, den Dany vollkommen ignoriert, so wie ich das sehe. Etwas merkwürdig, allerdings muss ich sagen, dass mir Danys Verlöbnis mit Hizdahrzo Loraq unter diesen Voraussetzungen deutlich mehr zusagt als in den Büchern. „Thankfully a suitor is already on his knees.“ Witzig. Währenddessen treibt es Tyrion und Papa Bear durch das alte Valyria, wobei Jorah hier die Stelle von Griff in ADWD einnimmt, womit wohl endgültig sicher sein dürfte, dass Griff und Young Griff in der Serie nicht auftauchen werden. Zuerst haben Jorah und Tyrion einen Bonding-Moment, als sie zusammen Gedichte vortragen – herrlich -, dann bekommt Tyrion einen echten Drachen zu sehen. Ich habe leider keine Erinnerung daran, ob die Serie sich irgendwann einmal die Mühe gemacht hat, Tyrions Beziehung zu Drachenlegenden aufzusetzen (ziemlich sicher haben wir keine Hinweise auf gewisse Fantheorien bekommen), dennoch ein starker Moment, ebenso wie die Tatsache, dass sich die Verweise auf Greyscale in den letzten Folgen hier bezahlt machen. Es ist hochzuhalten, dass die Serie sich hzunehmend die Zeit nimmt, Konzepte aufzubauen, anstatt nur von Folge zu Folge zu arbeiten wie teils in den früheren Staffeln. (Siehe etwa die Zeit, als es einfach zu verlockend war, die Serie um witzige King’s-Landing-Dialoge zu strukturieren, anstatt etwa neue Charaktere so einzuführen, dass das Publikum sie nach fünf Minuten nicht schon wieder vergessen hat.)

Beste Szene: Ich bin ja versucht, das Abendessen in Winterfell zu nennen, aber der Höhepunkt war unbedingt die Bootsfahrt durch das alte Valyria. Die unterschwellig bedrohliche Atmosphäre, die Gestaltung der Landschaft, das Auftauchen von Drogon und die Erscheinung der Stone Men – stilistisch beeindruckend und leider viel zu kurz. Meinetwegen hätte die Serie sich ruhig eine ganze Folge Zeit nehmen können, Tyrion und Jorah durch Valyria paddeln und Poesie rezitieren zu lassen.

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