Trailerschau [38]: Serien 2015/16

Trailerschau außer der Reihe: Kommende US-Serienneustarts auf NBC, ABC und Fox, mit Empfehlung des Hauses.

NBC

Blindspot: Eine unbekannte Frau wird auf dem Times Square gefunden, ohne jede Erinnerung, dafür mit Tätowierungen überall an ihrem Körper, die dem FBI Hinweise auf Verbrechen liefern. Die Idee ist nicht schlecht, nur kranken Mystery-Procedurals in aller Regel daran, dass das Konzept sich schnell erschöpft und die Serie dann mehr oder weniger am Charisma ihrer Protagonisten hängt, und damit scheint es in diesem Fall nicht allzu weit her zu sein. Zwei von fünf Arschgeweihen.

Heartbreaker: Wir alle sehnen uns doch nach mehr Krankenhausdramen mit Ärztinnen, die wie Models aussehen, zum Regelbrechen neigen und in dramatischen Schlusszenen, untermalt von mäßig inspiriertem Indie-Rock … nein? Trotz Melissa George: Lieber noch mal die ersten Staffeln „Grey’s Anatomy“ rauskramen. Ein von fünf unausgefüllten Organspendeausweisen.

People are Talking: People könnten viel mehr talking, wenn sie nicht ständig Pausen für Konservenlacher lassen müssten. Man stelle sich an dieser Stelle Aaron-Sorkin-Dialoge mit Lachpausen vor und frage sich, in welchem Jahrzehnt wir noch gleich leben. Das kann der erfüllte Diversity-Quotient auch nicht mehr retten. Ein von fünf Porno-Kindermädchen.

The Player: Rachethriller, in dem Wesley Snipe die zweite Geige zu einem langweiligen weißen Dude spielt. Snipe und kompetent geschossene Action könnten was reißen, ich bin vom Genre aber wenig angetan. Zwei von fünf geknackten Alarmcodes.

ABC

The Muppets: Muss ich noch mehr sagen? Großartiger Trailer! Fünf von fünf Glasscheiben.

Dr. Ken: Mit „Community“ in den letzten Zügen braucht Ken Jeong eine neue Beschäftigung, und irgendjemand hielt es für eine gute Idee, ihm eine Rolle zu verpassen, die nicht batshit crazy ist, wie man so schön sagt. Dafür ein wenig rassistisch. Und unlustig. Wirklich unlustig. Ein von fünf sehr fetten Männern.

The Catch: Eine Frau, deren Job es ist, Betrugsfälle aufzudecken, wird selbst Opfer eines solchen. Potenziell spannendes Drama, dessen starke Perspektive aber nicht allzu lange tragen dürfte. Drei von fünf Cons.

Wicked City: Mal wieder ein Serienkiller-Thriller, es gibt ja noch nicht genug von denen. Immerhin nimmt dieser auch die Perspektive des Killers mit. Zwei von fünf Radio-Widmungen.

Of Kings and Prophets: Diese merkwürdige Bibel-Obsession zieht immer noch Kreise, hier mit schlecht sitzenden Frisuren und Ray Winstone. Eine von fünf Steinschleudern.

Quantico: Die Hälfte dieses Trailers sieht großartig aus, die andere Hälfte nahezu komisch, in diesem Fall nicht positiv gemeint. Eine FBI-Rekrutin wird in einer Verschwörung verwickelt und muss, blabla, ihr Land retten. Dazu seltsam anmutendes Charakterdrama, obwohl das Trainingscamp sichtlich der interessantere Teil der Serie sein dürfte. Drei von fünf vereitelten Terroranschlägen.

Oil: „There Will Be Blood“ – die Serie? Wohl eher „Serena“, die Serie. Oh, Serena schon wieder vergessen? Vermutlich zurecht, und ich erwarte auch für diese Show über den neuen amerikanischen Ölboom nicht unbedingt Langlebigkeit. Zwei von fünf Windkraftwerken.

Fox

The Grinder: Hah, sogar Fox hat Studiolacher überlebt. Rob Lowe spielt einen TV-Anwalt, der nach acht Staffeln im Gerichtssaal im echten Leben die familieneigene Anwaltskanzlei übernehmen will. Sicherer Erfolg, dazu womöglich auch noch gut. Vier von fünf gewonnenen Fällen.

Minority Report: Wisst ihr noch, als wir alle um ein Sequel zu Spielbergs Thriller mit Tom Cruise gebettelt haben? Ich auch nicht. Allerdings scheint die Serie das Material von einer völlig anderen Seite anzufassen, die mich grundsätzlich mehr anspricht als der bereits nicht schlechte Film. Keine Starpower, dafür wurde das Budget angemessen visuell umgesetzt. Vier von fünf verhinderten Verbrechen.

Lucifer: Was, wenn Luzifer die Hölle verlassen und sich, natürlich, in Los Angeles niederlassen würde? Schöne Prämisse, die furchtbar versanden kann – oder, mit einem scheinbar vernünftigen Hauptdarsteller, viel Spritzigkeit (Tom Kapinos of „Californication“ fame schreibt das ganze) und einer Prise Risiko, das genaue Gegenteil. Ich bin angetan. Fünf von fünf Höllenfürsten.

The Frankenstein Code: Ein Mordopfer wird generalüberholt ins Leben zurückgebracht und muss seinen Sohn davor beschützen, demselben Killer zum Opfer zu fallen. Weder Story noch Darsteller wirken sonderlich viel versprechend; ich wittere einen Langweiler. Ein von fünf Jungbrunnen.

Grandfathered: Wir sollten mal wieder was mit John Stamos bringen. Remember him? Wahrscheinlich nicht. Macht aber nichts, hier spielt er einen Restaurantmanager und gut gealterten Playboy, der herausfindet, dass er Vater und Großvater ist. Das Resultat macht sich nicht gerade weltbewegend, aber auch nicht unsympathisch. Drei von fünf gewickelten Windeln.

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