Trailerschau [66]

Film und Serie: Neue Trailer, Kalenderwoche 47, 2015.

Band of Robbers: Absurd-unterhaltsam anmutende Adaption der Mark-Twain-Abenteuer, mit Kyle Gallner („Veronica Mars“) als Huck Finn und Auch-Regisseur Adam Nee als Sawyer. Prognose: Kann eigentlich nur gut werden.

Spotlight: Sehr auf Awards-Kampagnen zugeschnittener, kurzer zweiter Trailer für Tom McCarthys Oscar-Frontrunner mit Michael Keaton, Mark Ruffalo et al. Prognose: Der Film wird ohne Zweifel gut; dennoch ist es schon bemerkenswert, dass ein derart nüchterner Streifen als Favourit für die großen Filmpreise geht. Da wird das Awards-Rennen fast spannender als die Filme selbst. Kinostart: 25. Februar 2016.

Midnight Special: Düsteres Mystery-Drama über einen Jungen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Regie führt Jeff Nichols („Take Shelter“), Joel Edgerton, Kirsten Dunst, Adam Driver und Michael Shannon spielen mit. Prognose: Erinnerungen an andere Genrefilme mit mäßigem Budget (das hier wohl zum Großteil in den Cast gewandert sein wird), die aber gleichzeitig mit spannenden Stories und einzigartigen visuellen Konzepten aufwarten können, werden wach. Auf Krawall wird nicht gesetzt, stattdessen ruhig und mit Bedacht Spannung aufgebaut. „Midnight Special“ könnte eines der Highlights des nächsten Jahres werden (und man kann nur hoffen, dass er es überhaupt nach Deutschland schafft).

The Benefactor: Andrew Renzi lässt Richard Gere als exzentrischen Philantropisten das Leben eines frisch vermählten Paars (Dakota Fanning, Theo James) durcheinanderbringen. Prognose: Sicher kein Film zum Wohlfühlen. Als Charakterdarsteller ist Gere immer noch (oder eher wieder) unterschätzt. Der Trailer macht einen faszinierenden, düsteren Eindruck.

The Shannara Chronicles – Season 1: MTV-Fantasy nach den Romanen von Terry Brooks. Prognose: Wenn man im Jahr 2015 nach guten Fantasyreihen für Filmadaptionen sucht, muss man dann wirklich bei Brooks herauskommen? Der Trailer sieht nach Standard-TV-Fantasy aus, genauso wie die Bücher klassische Standard-Fantasy waren. Kann man sich geben, kann man auch lassen.

South of Hell – Season 1: Die viel zu selten präsente Mena Suvari ist hier als Exorzistin mit eigenem Dämon unterwegs. Prognose: Seit „Supernatural“ hat die Materie Konjunktur; viel neues kommt dabei nur selten heraus. Ordentlich Sex und Horror sollten die Fans zufrieden stellen.

Zoolander 2: Ben Stiller ist wieder als Derek Zoolander auf Tour. As well: Owen Wilson, Penélope Cruz, Will Ferrell, Kristen Wiig und Benedict Cumberbatch. Prognose: Der Appeal des Ganzen entzieht sich mir – keine Pointen am Horizont, nicht einmal Zoten; für etwas, das man bei ausreichend schlechtem Licht mit Humor verwechseln könnte, sorgt einzig das verlässlich niedrige Niveau. Die Absicht scheint zu sein, das Publikum irgendwo zwischen amüsiert und irritiert abzufangen. Der Trailer erreicht das zumindest schon einmal ganz gut.

Now You See Me 2: A propos überflüssige Fortsetzungen: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Michael Caine und Morgan Freeman sind wieder als Zauberkünstler unterwegs und haben Harry Potter mitgebracht. Regisseur Jon M. Chu hat bisher „Step Up“-Filme, „G.I. Joe 2“ und zwei Justin-Bieber-Dokumentationen gedreht. Vielversprechend. Prognose: Lieber noch mal „The Prestige“ schauen. Kinostart: 18. August 2016.

Yosemite: Der James-Franco-Film des Monats handelt von irgendwas mit Familie. Regie: Gabrielle Demeestere. Prognose: Wenn jemand zehn Filme im Jahr abspult, der Großteil davon kassenträchtiger Murks („Die Highligen Drei Könige“ ist mein persönlicher Favourit für den meistversprechenden deutschen Filmtitel des Jahres, Dude), geht sehr wahrscheinlich alles unter, was irgendwie anspruchsvoll sein könnte. „Yosemite“ sieht gar nicht mal schlecht aus, ein bisschen downtempo-indie, wir reiten auf der „Boyhood“-Erfolgswelle, aber durchaus okay. Merken werde ich mir das nicht.

How to Be Single: Dakota Johnson und Rebel Wilson richten sich in ihrem New Yorker Single-Dasein ein. Regie führt Christian Ditter („Türkisch für Anfänger“). Prognose: Hipper Dating-Jokes wie in jeder zweiten Sitcom. Naja. Lieber noch mal „Friends“ schauen. Kinostart: 3. März 2016.

The Boss: Melissa McCarthy als exzentrische Lady, bla, nistet sich bei Kristen Bell ein. Regie: Ben Falcone. Prognose: Wie viele missglückte Versuche, „Bridesmaids“-Höhen zu erreichen, brauchen wir noch, bis dieser seltsame McCarthy-Hype abgeklungen ist? Sie funktioniert als schrullige Nebenfigur (in „Gilmore Girls“ oder eben „Bridesmaids“), aber nicht als Fokus eines Films. Nicht umsonst wirkt der Trailer, als würde er bereits sämtliche Gags des Films verfeuern, und Überzeugenes ist nicht dabei. Kinostart: 21. April 2014.

The Huntsman: Winter’s War: Weil die Kühe ja gemolken werden wollen, hier ein weiteres unnötiges Sequel zum uninteressanten und längst vergessenen „Snowwhite and the Huntsman“, mit Chris Hemsworth als The Winter Huntsman, Charlize Theron als Captain America, Emily Blunt als Dany-Targaryen-Klon und der armen Jessica Chastain. „Plot is unknown“, indeed, denn Regie führt irgendeine Visual-Effects-Type. Prognose: Können wir dieses Franchise bitte präventiv für gescheitert erklären und zurück ins Märchenreich verbannen? Kinostart: 21. April 2016.

Gods of Egypt: Es wird nicht mehr besser. Fantasy-Parade für Fans der „Dungeons & Dragons“-Films, in der Gerard Butler einem bemitleidenswerten Nikolaj Coster-Waldau die Augen ausreißt, um Gott von Ägypten zu werden, oder so. Prognose: Es steht zu vermuten, dass Menschen, die sich für ägyptische Mythologie interessieren, ihren Nachmittag lieber in der Bibliothek verbringen werden als in „Gods of Egypt“. Wo auch immer sie nun wieder Alex Proyas ausgegraben haben, sie hätten es lassen sollen. Immerhin haben wir mal wieder Futter für das verlässlich jährliche Hollywood-Whitewashing-Skandälchen. Kinostart: 28. April 2016. (Das wird ein guter Monat.)

Extraction: „Die Hard“ 5.5, oder so; inzwischen hat Bruce Willis wohl gemerkt, dass die alten Knochen nicht mehr mitmachen, entsprechend lässt er sich jetzt von seinem Sohn (Kellan Lutz) retten, uninspirierte One-Liner und der übliche Plot um gestohlene Nuklearcodes inklusive. Prognose: Wenn man nichts Neues zu sagen hat, vielleicht einfach mal die Fresse halten – eine Faustregel, die man ruhig auch in Hollywood durchsetzen könnte. Kommt bestimmt im April ins Kino.

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