Swiss Army Man (2016)

„If my best friend hides his farts from me then what else is he hiding from me, and why does that make me feel so alone?“

Was passiert
swiss-army-manEin hartes Schicksal, als Schiffbrüchiger auf einer einsamen Insel zu stranden, ohne Wasser und Lebensmittel. Hank steht schon kurz davor, sich das Leben zu nehmen, da wird am Strand eine Leiche angeschwemmt. Sein neuer, toter bester Freund wird kurzerhand Manny getauft und ist nicht nur redselig, sondern hat, wie sich herausstellt, dank einsetzender Verwesung eine Reihe ganz erstaunlicher Fähigkeiten. Mit Mannys Hilfe schafft es Hank, sich von der Insel ans Festland zu retten – aber wird er, zurück in der Zivilisation, auch seine heimliche Angebetete erobern können?

Was Sache ist
„Swiss Army Man“, a.k.a. der Film, in dem Harry Potter eine furzende Leiche spielt: Es gibt Filme, die auf dem Konzeptpapier bereits hoffnungslos verloren klingen, und denen die cineastische Realität wider Erwarten doch Leben einhaucht – und manchmal ist es mehr als nur ein Hauch. In diesem Fall, könnte man sagen, geradezu eine Blähung. Hank (Paul Dano) ist nicht gerade Robinson Crusoe; in diesem Fall gibt es für den Gestrandeten kein tropisches Paradies zum Zivilisieren. Im Gegenteil, er verliert – womöglich – seinen Verstand, aber gewinnt dafür etwas Anderes. Seine Freundschaft mit Manny (Daniel Radcliffe), dessen Leichnam ohne Erinnerungen geliefert wird und deshalb eine beinahe kindliche, bisweilen aber auch pubertäre Einstellung zum unverhofften Nachleben hat, konfrontiert Hank mit seinem bisherigen Leben, den Entscheidungen, die er nicht getroffen hat, und den Erwartungen, welche die Gesellschaft ihren Mitgliedern aufhalst – Erwartungen, die fernab der Zivilisation durchaus absurd erscheinen können. Man darf sie ruhig mal brechen; das gilt auch für „Swiss Army Man“, der das eigentlich Unmögliche fertigbringt, nämlich weit unter der Gürtellinie noch philosophischen Tiefgang zu finden. Das würde wohl kaum klappen, trüge den Film nicht ein durch und durch warmherziger Humor, dessen liebevolles Mitgefühl mit den beiden selbst ernannten Freaks Hank und Manny in grandiosen Bilderreigen mündet, die ein Lächeln auf jedes Gesicht zaubern sollten – selbst nach eingetretener Leichenstarre.

Wertung: 9/10

Swiss Army Man (US 2016) | Regie + Skript: Dan Kwan, Daniel Scheinert | mit Paul Dano, Daniel Radcliffe, Mary Elizabeth Winstead | min.

Andere Meinungen: Going to the Movies

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3 Gedanken zu „Swiss Army Man (2016)

  1. Ein toller Film! Ein verrückter Film! Und ich hätte ja nie im Leben gedacht, dass ein Film mit einer furzenden Leiche auch noch so intelligent und rührend sein kann. Plus der Soundtrack… den habe ich mir gestern erst mal bestellt.

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