Über Politik reden #1

Lass uns über Politik reden #1 (2017).

(Wer mich kennt, weiß, dass ich ein politischer Mensch bin, und wichtiger, dass ich Popkultur – nach wie vor der Fokus dieses Blogs – nicht immer von Politik zu trennen bereit bin. Über die momentane politische Weltlage kann gar nicht genug diskutiert werden; um es mit Clickclickdecker zu sagen: „Es gibt wichtigeres im Leben als dein Leben, lass uns über Politik reden!“ Nach dem Vorbild der Popkultur-Linkschau möchte ich daher in Zukunft halbwegs regelmäßig (zweiwöchentlich?) interessante politische Debattenbeiträge, die ein etwas anderes Licht auf aktuelle Geschehnisse werfen, hier zusammenfassen und teilen.)

The Times Literary Supplement: Angesichts des Untergangs der Sozialdemokratie, der sich auftuenden Arm-Reich-Schere und des Fehlens einer systemischen Alternative wird es „time for ‚The Future of Capitalism‘. Unfortunately, nobody has yet successfully written that book“. Daher macht sich Paul Collier nicht wirklich zufriedenstellende Gedanken über einen regulierten, pragmatischen Kapitalismus, wirft dabei allerdings ein paar vernünftige Punkte auf: „In future, taxation needs to make distinctions based less on how much money has been made, and more on how it has been made.“

Über Donald Trump ist viel geschrieben worden. Vielleicht am Interessantesten, wenn auch m.M.n. den Kern des Problems nicht wirklich erfassend, ist Emily Nussbaums Kommentar im New Yorker, „How Jokes Won the Election“: „by 2016 the wheel had spun hard the other way: now it was the neo-fascist strongman who held the microphone and an army of anonymous dirty-joke dispensers who helped put him in office. Online, jokes were powerful accelerants for lies […] It was an election about who owned the mike.“

Pandaemonium: Kenan Malik führt sachlich und lesenswert ein in die Debatte, die momentan sehr hitzig und zugespitzt um Bemühungen an der Londoner School for Oriental and African Studies (SOAS) geführt wird, den Lehrplan zu dekolonialisieren. „Hawthorne is right, however, to point to Locke’s failure to challenge slavery and to Kant’s racial anthropology. Such views do seem shocking today. But they seem shocking because of the transformation in consciousness brought about in large part by the Enlightenment itself. In most societies and traditions, European and non-European, the kind of ethnocentrism expressed by many mainstream Enlightenment thinkers was the norm. The Enlightenment helped changed that.“ Grob zum Thema passend ist auch die fortlaufende Reihe „Über Rassismus reden“ (Ähnlichkeit zum Titel dieses Blogposts unbeabsichtigt) der taz.

Work in Progress: Anna Wiener unterhält sich mit Emily Witt, Autorin von „Future Sex“, über Promiskuität als politischen Akt: „I do think the reason that ‚pussy grabs back‘ is scary to some people is because they want to think that their sexuality isn’t about sex. It’s comfortable for them to think that it’s about marriage and their nice house and their moral family. And there’s just something in me now that always wants to destroy that.“

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