Benjamin Francis Leftwich | Mayflies

„I don’t wanna say it’s something, afraid I’m gonna make it true“

Wortwörtlich traumhaftes Video, mit dem Falsettobarde Benjamin Francis Leftwich fünf Jahre nach seinem wundervollen Debüt „Last Smoke Before the Sunstorm“ wieder aus einer derart gründlichen Versenkung auftaucht, dass ich ihn völlig vergessen hatte. Da das Leben nun einmal dazu tendiert, ulkige Zufälle zu basteln, habe ich ihn gerade rechtzeitig fürs Zweitwerk „After the Rain“ (erscheint in zwei Wochen) wiederentdeckt. Was den Song angeht: Potential nach oben ist noch da.

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Rob Lynch | Prove It!

„I didn’t come here looking for a gun fight / I came here for a good night.“

Netter, launiger Aufmacher zum neuen Album „Baby, I’m A Runaway“ des jungen Engländers mit der Extraportion positiver Attitüde. Sein Debütalbum war großartig, sein zweites dürfte nicht viel schlechter werden.

Beginner | Ahnma feat. Gzuz & Gentlemen

„Wir packen Hamburg wieder auf die Karte.“

Denn da gehört Hamburg hin, mit fettem Kreuz auf die deutsche Rap-Landkarte. Auch wenn alle von Berlin reden, niemand wird vergessen haben, was die Beginner und Konsorten für den deutschen Rap getan haben. (Genauso, wie die Hamburger nicht vergessen, was Heidelberg für sie bedeutet hat, und deshalb ihr neues Album auch passend „Advanced Chemistry“ nennen.) Und darum wird neues Zeug auch immer noch gefeiert, auch wenn zu viele Jahre in den Charts Eizi nicht wirklich gut getan haben.

Captain Planet | Vom Ende an

„Bis die Stimme aufgibt / bis alles zerfällt.“

Passendes Video zu Captain Planets Hymne an die Zyklen des Alltags und die kleinen Besonderheiten, die dann doch alles anders machen, zumindest für einen Moment. Das neue Album „Ein Ende“ ist ab sofort auf Zeitstrafe erhältlich.

Drangsal | Love Me Or Leave Me Alone

„I am not without sin, yet I would cast the first stone“

Bereits jetzt eine der Entdeckungen des Jahres: Max Gruber alias Drangsal fabriziert, überwiegend auf Englisch, großen deutschen Pop ohne Schmalz und Befindlichkeiten und klingt dabei wie ein junger Robert Smith, wenn nicht besser. Sein Debütalbum „Harieschaim“ ist in seiner durchdringenden Energie unfassbar erfrischend und schlägt gerade zurecht Wellen.

Frightened Rabbit | Woke Up Hurting

„Plan for heaven though hell will do.“

Dem Indie-Establishment-Rock von Frightened Rabbit fehlte zuletzt die Energie der ersten Alben, insbesondere des grandiosen „Midnight Organ Fight“. „Woke Up Hurting“ lässt erahnen, dass sich das auch auf dem in Kürze erscheinenden „Painting Of A Panic Attack“ nicht maßgeblich ändern wird: Ein ordentlicher Song, der nicht ewig im Gedächtnis bleiben wird. Dennoch, man wird hoffen dürfen.

OK Kid | Gute Menschen

„Schwarz-rot-grün, alles wirkt braun-meliert.“

Gerade erst entdeckt, schon ein bisschen älter, aber leider hochaktuell (und wird es wohl auch noch eine ganze Weile bleiben): Pop-Rapper OK Kid dichten eine bissige Hymne an das deutsche Bürgertum und seinen Alltagsrassismus. Lieber Gutmensch als guter Mensch! (Zum aktuellen Album „Zwei“ gibt es inzwischen auch zwei weitere Videos, zu „Bombay Calling“ und „Ich kann alles“.)

AnnenMayKantereit | Pocahontas

„Eigentlich sind wir viel zu lang zusammen / um jetzt damit aufzuhören / aber das ist ein verdammt beschissener Grund“

In einem guten Monat steht „Alles Nix Konkretes“ an, das neue Album der Band um den zauberhaft intensiven Henning May. Das Antiliebeslied „Pocahontas“ ist schon mal ein sehr konkreter Anfang.