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Lesens- und Sehenswertes aus dem Netz: Kalenderwoche 51, 2015.

  • The New York Public Library lädt zu einer Lesung des Dickens-Klassikers A Christmas Carol mit dem unvergleichlichen Neil Gaiman. (Via Tor.com)
  • Die taz bringt die beim Open Mike mit dem Publkikumspreis ausgezeichnete Kurzgeschichte „der eine der andere“ von Philip Krömer.
  • Perlentaucher: Diedrich Diederichsen und Simon Rothöhler unterhalten sich über Kanonisierung und Standardisierung von Serienkonsum: „Neulich habe ich in einem öffentlichen Verkehrsmittel ein Gespräch zweier weiblicher ‚Game of Thrones‘-Fans belauscht, die sich in so einer Profidrehbuchautorsprache über Arcs und Gegen-Arcs unterhielten, wie imaginäre Co-Produzenten – so wie männliche, halbwüchsige Rock- Fans in den U-Bahnen meiner Pubertät Gitarrensoli von Jeff Beck im Gespräch nachbauten und sich auf Widersprüche aufmerksam machten.“
  • BBC Radio 4: Jonathan Freedland erinnert an die Uraufführung von Claude Lanzmanns „Shoah“ in Israel. (Via The Guardian)
  • Screen Crush: „The Empire Strikes Back“, nicht „Star Wars“, ist Schablone für den modernen Blockbuster, meint Matt Singer.
  • The New Yorker porträtiert Nick Bostrom und seine Auseinandersetzung mit AI.
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  • Grantland schreibt ausführlich und sehr lesenswert über die Fünfjahrespläne der großen Hollywood-Studios und was sie für die Zukunft des Films bedeuten. „What the movie industry is about, in 2014, is creating a sense of anticipation in its target audience that is so heightened, so nurtured, and so constant that moviegoers are effectively distracted from how infrequently their expectations are actually satisfied. Movies are no longer about the thing; they’re about the next thing“.
  • Sin Titulo: Schon älter, aber gerade erst entdeckt: Ein bereits abgeschlossener surrealer Webcomic von Cameron Stewart. Dicke Empfehlung.
  • Die Welt: John Garth spürt den Einflüssen des Ersten Weltkriegs auf J.R.R. Tolkiens „The Lord of the Rings“ nach.
  • CGP Grey: Auch zum Thema: Die Leute, die sonst tolle geographische Erklärvideos machen, erklären die Mythologie von Mittelerde in unter fünf Minuten, wenn auch nicht gerade ausführlich oder zufriedenstellend. Video unten.
  • BBC Radio 4 vertont „Good Omens“ von Neil Gaiman und Terry Pratchett in sechs halbstündigen Folgen, vier Wochen anhörbar. „It’s the end of the world, but perhaps not quite as we expect it.“
  • The Atlantic bringt einen der wenigen lesenswerten Jahresrückblicks, nämlich eine Zusammenfassung von Interviews mit Autor*innen über ihre Kunst.
  • Aeon fragt, warum wir Unsterblichkeit in Ruhm suchen.

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  • The Inquiry beschäftigt sich mit der wachsenden Bedeutung des chinesischen Marktes für Hollywood, die sich in den großen Blockbustern widerspiegelt, wenn auch selten mit besonderer kultureller Sensibilität: „it doesn’t matter to producers whether Chinese filmgoers enjoy their portrayal in American movies as long as they buy tickets.“
  • Süddeutsche Zeitung: Der wie immer herrlich streitbare Byung-Chul Han räsoniert über den Neoliberalismus und den Mangel an Systemalternativen. „Hier ist die systemerhaltende Macht nicht mehr repressiv, sondern seduktiv, das heißt, verführend. […] Es gibt kein konkretes Gegenüber mehr, keinen Feind, der die Freiheit unterdrückt und gegen den ein Widerstand möglich wäre.“ Der Kapitalismus nimmt längst totalitäre Strukturen an – und ich bin mir der Ironie bewusst, dass ich das in einem Beitrag schreibe, der u.a. unter dem Tag „Hollywood“ abgelegt ist. Was Adorno wohl dazu sagen würde?
  • The Atlantic über „Despecializing“: Fans rekreieren die ursprüngliche Version von „Star Wars“, die George Lucas schon vor Jahren aus dem Verkehr gezogen hat, zugunsten der Special Editions, die von den Fans leidenschaftlich gehasst werden (und in denen unter anderem Greedo zuerst geschossen hat).

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