Academy Awards 2017: Prognose

Ob man Thinkpieces, die Awards-Zeremonien als politisches Event umzudenken versuchen, allzu ernst nehmen sollte, sei mal dahingestellt. Ob bei der 89. Oscar-Verleihung am kommenden Sonntagabend nun „La La Land“ oder „Moonlight“ große Erfolge feiert, ist wohl kaum ein Indikator für die aktuelle Weltlage, egal was Meryl Streep dazu zu sagen hat. Für mich bleibt es nicht mehr oder weniger als gute Unterhaltung, deshalb im folgenden die obligatorische Prognose. Die 16/24 aus dem letzten Jahr waren doch eher durchwachsen und sollten zu toppen sein, zumal das Rennen in vielen Kategorien in diesem Jahr doch etwas einseitiger ausgefallen ist. Da ich zum Zeitpunkt des Verfassens erst vier der neun Best-Picture-Nominierten gesehen habe, spare ich mir allerdings die „Was hätte sein sollen“-Anmerkungen und beschränke mich auf die wahrscheinlichsten Gewinner. (Ein Blogosphären-Tippspiel gibt es hier.)

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Linked 04|2017

Popkultur im Netz: Kalenderwoche 8, 2017.

  • „Back in Black“ – Die BBC-Doku porträtiert den großen Terry Pratchett.
  • The Conversation überlegt (durchaus streitbar), weshalb J.R.R. Tolkiens elbische Kunstsprachen vermeintlich erfolgreicher als Esperanto sind.
  • Aeon: „[E]ven the wildest science-fiction stories tend to be distinctly human in character“, bemängelt Michael Strauss angesichts der Ausmaße des Weltalls.
  • L.A. Review of Books bringt ein sehr zeitgemäßges Porträt von Stanislaw Lem.
  • Clarkesworld Magazine bringt eine nachdenklich machende Kurzgeschichte von Lettie Prell, „Justice Systems in Quantum Parallel Probabilities“ (auch als Audio).
  • Brett Jubinvilles ziemlich exzellenten Cartoon „Super Science Friends“ hatte ich hier schon mal – in Folge 2 liefern sich Tesla und Edison einen epischen Showdown.
  • Campari und Clive Owen entführen in die glamourösen 1970er – in „Killer in Red“, einem so rätselhaften wie stylischen Kurzfilm von Paolo Sorrentino.
  • Lessons from the Screenplay schaut sich an, wie „The Social Network“ von der Kollaboration zweier Ausnahmekünstler – Sorkin und Fincher – profitiert.
  • The New Yorker zeichnet, passend zur Oscar-Verleihung, die Diversifizierung der Academy nach #OscarsSoWhite und die folgenden Grabenkämpfe nach. Zum Thema: (Late Night with) Seth Meyers brilliert in „Oscar Bait – the Movie“.

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Trailerschau 4|2017

Film und Serie: Neue Trailer, Kalenderwoche 6, 2017.

Life: Unter Regie des bisher nicht übermäßig aufgefallenen Daniel Espinosa stößt die Crew der Internationalen Raumstation (u.a. Jake Gyllenhaal und Ryan Reynolds) auf Beweise für außerirdisches Leben – cue Horror-Thriller. Sieht für Fans des Genres natürlich alles altbekannt aus. Kinostart: 23. März.

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Linked 02|2017

Lesens- und Sehenswertes aus dem Netz: Kalenderwoche 5, 2017.

  • The New Yorker spricht mit Philip Roth über dessen Roman von 2004, „The Plot Against America“, in dem Roth einen autoritären Isolationisten und dessen Slogan „America First!“ die US-Präsidentschaftswahl von 1940 gewinnen lässt. Hoch aktuell? „‚The relevant book about Trump’s American forebear is Herman Melville’s ‘The Confidence-Man,’ the darkly pessimistic, daringly inventive novel—Melville’s last—that could just as well have been called ‘The Art of the Scam.'“
  • Times Literary Supplement: Was hat Shakespeare über die Ära Trump zu sagen?
  • World Literature Today: Wieder ein schönes Interview mit Alan Moore: „Sometime around the mid-nineties, we suddenly realized that we were there. That this was the future and it was looking a lot more complicated and a lot different than the future we’d been imagining. And we froze. We didn’t know what to do. We decided that we would culturally march on the spot for the next twenty or thirty years.“
  • Die Oscar-Nominierungen sind draußen, angeführt von „La La Land“ mit 14 Nennungen. Meine Prognose war nicht übel: 34/40. Und: „The Oscar Nominations don’t matter, but the movies do more than ever“, so Richard Brody im New Yorker.
  • The Atlantic berichtet über Franklin Leonards inzwischen berühmte Black List und was sie für die prekäre Profession des Hollywood-Screenwriters bedeutet.
  • Vulture unterhält sich mit Regiseur Denis Villeneuve über dessen Karriere.
  • RedLetterMedia parodieren in ihrem neuen „The Nerd Crew“-Podcast ziemlich perfekt und amüsant all die furchtbaren Youtube-Geek-Clickbaiter. Hier Folge 2.

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Trailerschau 3|2017

Film und Serie: Neue Trailer, Kalenderwoche 4, 2017.

Wilson ist Woody Harrelson als neurotischer Querkopf, der entdeckt, dass er eine beinahe erwachsene Tochter hat. Konzept klingt ausgelutscht? Mag sein, aber ich musste gerade eine geschlagene Minute warten, bis ich so weit mit Lachen fertig war, dass ich diese Zeilen schreiben konnte. Regie führt Craig Johnson, mit dabei sind u.a. Judy Greer und Laura Dern. Kinostart: 17. August.

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La La Land (2016)

„I guess I’ll see you in the movies.“

Was passiert
la-la-landSchauspielerin Mia hangelt sich in Hollywood von Casting zu erfolglosem Casting, arbeitet nebenbei in einer Coffee-Bar und träumt vom großen Durchbruch. Jazz-Purist Sebastian will eigentlich einen eigenen Club aufmachen und dem Genre zu alter Größe verhelfen, lebt aber von Gelegenheitsjobs. Über ihre jeweiligen Enttäuschungen kommen beide, anfangs eher in wechselseitiger Abneigung verbunden, einander näher und ermuntern den jeweils anderen, nicht aufzugeben, selbst als Sebastian seine Jazz-Ideale an den Nagel hängt und Mia daran zweifelt, ob sie es jemals auf die große Leinwand schaffen wird…

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Hacksaw Ridge (2016)

„I don’t know how I’m going to live with myself if I don’t stay true to what I believe.“

Was passiert
hacksaw-ridgeAls die USA in den Zweiten Weltkrieg hineingezogen werden, meldet sich, zum Ärger seines kriegsmüden Vaters, auch Desmond Doss zum Dienst – jedoch nicht an der Waffe, denn der streng gläubige Siebenten-Tags-Adventist weigert sich, eine solche in die Hand zu nehmen und das Töten zu lernen. Bei seinem Regiment hat er damit einen schweren Stand, erkämpft vor einem Militärgericht jedoch sein Recht, als Mediziner im Pazifikkrieg dienen zu dürfen, und zieht mit seiner Einheit in eine der blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs, nach Okinawa und auf die Hacksaw Ridge, in den japanischen Kugelhagel…

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Oscar-Nominierungen 2016: Predictions

Weil ich das Oscar-Rennen wie jedes Jahr gespannt verfolge und, nicht unwichtig, gerade hart prokrastiniere, meine wagen Ahnungen, welche Filme die Academy am Dienstagmorgen mit Nominierungen überschüttet. Ich beschränke mich auf die acht Kernkategorien; im Vorfeld der Preisverleihung am 26. Februar werde ich sicher noch einmal, und dann auch für alle Kategorien, eine endgültige Prognose abgeben. Trotzdem ist der für meine Begriffe wahrscheinlichste Gewinner jeweils markiert, und die Filme nach absteigender Wahrscheinlichkeit der Nominierung sortiert. Falls das jemanden interessieren sollte, bitteschön.

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Trailerschau 2|2017

Film und Serie: Neue Trailer, Kalenderwoche 3, 2017.

Snatch: Season 1: Weiter im Trend Filme-zu-Serien: Guy Ritchies Gaunerfarce um einen Diamentendiebstahl und ein gedeichseltes Boxmatch gibt es jetzt im Langformat, u.a. mit Rupert Grint. Die Story ist bekannt.

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2016: Filme

Mein starkes Spitzentrio kann nur notdürftig darüber hinwegtäuschen, dass 2016 ein doch eher mediokres Kinojahr abgab – das verdeutlicht ein Oscar-Gewinner wie „Spotlight“, auf den am Ehesten noch das Label „handwerklich kompetent“ vollends zutrifft, an den sich in zehn Jahren aber niemand mehr erinnern dürfte. Ein enorm müder Sommer erklärt wohl auch einen Festival-Liebling wie „Toni Erdmann“. Geredet wurde über kaum etwas Anderes als Superhelden-Filme, aber das ist wohl kaum noch etwas Neues. (Zum schlechtesten Film des Jahres möchte ich dann aber doch nicht Zack Snyders Bombast-Depression ernennen, sondern den grenzenlos lahmen „Alice Through the Looking Glass“ von James Bobin.) Noch nicht in Deutschland angelaufen, darum das Jahresfazit wie eh und je verfälschend: die großen Oscar-Filme, diesmal v.a. „Manchester by the Sea“, „La La Land“, „Moonlight“, „Silence“ – in aufsteigender Reihenfolge großer Erwartungen. Im zweiten Jahr in Folge hier vertreten: Lenny Abrahamson und Alejandro Iñárritu (einer von beiden sogar auf der gleichen Position wie 2015). Bemerkenswert, dass mir „Arrival“-Regisseur Denis Villeneuve erst in diesem Jahr wirklich ins Auge gefallen ist, und zwar durch den vielleicht besten Film, den ich in diesem Jahr zum ersten Mal sehen durfte: „Enemy“ von 2013. Es folgt die (wie immer natürlich lückenhafte) Top 10 des Kinojahres.

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