Du hast meinen Propheten beleidigt!

„How fragile the belief of a Muslim must be if he feels threatened by a stupid caricature in a weekly satirical newspaper?“, fragt sich Slavoj Žižek in The New Statesman. Den Attentätern von Paris scheint es, ihm zufolge, an einem authentischen Fundamentalismus zu mangeln, dessen Glaube zu tief ist, um durch Ungläubige bedroht zu werden. Was Žižek hier fehlt, scheint die Distinktion zwischen absolutem und relativem Fundamentalismus zu sein. Während letzterer sich gerade durch die Differenz des Anderen definiert, ein Markenzeichen etwa für viele exklusive Sekten ohne großen missionarischen Anspruch, wobei in der Regel Auserwähltheitsmythen (inklusive etwa Paradiesen mit beschränkter Aufnahmekapazität) nicht selten eine Rolle spielen, entwirft der absolute Fundamentalismus sich als Universalismus. Sein Wertfundament ist alleingültig. In diesem Sinne ist jede Abweichung eine Konkurrenz und damit eine Bedrohung. Das gilt für die westlichen Menschen- und Bürgerrechte kaum weniger als für das Verbot der Prophetenbeleidigung im fundamentalistischen Islam.

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Linked [7]

  • The Guardian bringt eine Preview der englischen Übersetzung der illustrierten Version von Haruki Murakamis The Strange Library, nicht identisch mit der deutschen Ausgabe, soweit ich das beurteilen kann.
  • ZDF: Sommerpause vorbei, Die Anstalt wieder auf Sendung. Diesmal mit verzichtbaren Gäst*innen, aber einem schönen Schlusspunkt zum Verhalten deutscher Medien in der Ukraine-Krise.
  • io9 beschäftigt sich mit den schrägsten Gründen, Fantasy- und Science-Fiction-Bücher zu verbieten – großes Hobby von verklemmten Fundis speziell jenseits des Atlantiks. „[Y]es, the irony of a book about burning books getting targeted for banning is not lost on anyone.“
  • Alexandre Gasulla hat einen wunderschönen Tribut an Hayao Miyazaki zusammengestellt, der das fast schon unheimliche Talent Miyazakis zeigt, Bilder zu erschaffen, die sich ins Gedächtnis einbrennen. Video nach dem Klick – unbedingt anschauen!
  • The New York Review of Books diskutiert, warum wir (a.k.a. die Gesellschaft) über Romane reden oder eben nicht.
  • Kinozeit.de plädiert für eine feministische Filmkritik.
  • CineFix erzählt die Geschichte der Filmzensur im Land of the Free nach. Sehr amüsant und mindestens ein bisschen traurig. Video nach dem Klick. (via Nerdcore)

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