2015: Songs

Das beste Musikjahr war 2015 nicht; zugegeben vielleicht auch nicht das Jahr, indem ich mich intensiver als üblich mit neuer Musik beschäftigt habe. Eher noch war der ein oder andere Retrotrip dabei. Dennoch: Nach meiner Wahrnehmung eher wenige Veröffentlichungen aus etablierten Lagern im Indie-Pop und -Rock. Auch die Musikpresse scheint das zu bestätigen, wenn sie vor allem Mainstream-Pop und amerikanischen Rap feiert. Ganz ohne Rap immerhin komme ich auch nicht aus, dafür musste die bessere Taylor Swift, Carly Rae, knapp draußen bleiben. Die Ehrennennung geht an einen Song des letzten Jahres, den ich erst 2015 entdeckt und als beinahe perfekten Popsong des Jahres gefeiert habe, nämlich „First“ von den Cold War Kids.

Die Top 10 gibt es nach dem Klick im Detail oder hier als Spotify-Playlist.

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K.I.Z. | Hurra die Welt geht unter

„Dieses Leben ist so schön, wer braucht ein Leben danach?“

Nanu? Die Kriegsverbrecher in Zwangsjacken haben genug vom satirischen Gangster-Rumgeprolle und machen jetzt astreinen, überwiegend ernst gemeinten Weltverbesserer-Zeckenrap mit Botschaft, und das enorm gut. Nach der Apokalypse gemütlich auf ihrem Hausboot unterwegs, erzählen die drei Berliner vom Ende des Kapitalismus samt freier Liebe und, natürlich, brennenden Deutschlandfahnen. Entgegen aller Erwartung: Besser habe ich das bislang noch nicht gehört. Atmosphärischer Vocal-Part von Henning May, der Frontmann von AnnenMayKantereit mit der tollen Stimme, und Nicos Monopoly-Zeilen grenzen fast schon an einen kleinen Tränendrücker. Ich bin schwer begeistert.