Linked 11|2016

Lesens- und Sehenswertes aus dem Netz: Kalenderwoche 17, 2016.

  • Von Dickens bis „Star Wars“: Nerdwriter über die Evolution seriellen Erzählens.
  • Digging Deeper über „Waltz with Bashir“ und die Schwierigkeiten von Repräsentation im Film: „Forman uses the documentary format to speak to the inherent contradiction in attempting to incapsulate the totality of an unfatomable trauma within a limited series of moving pictures.“
  • Hollywoodreporter lässt zum 40-jährigen Jubiläum von Martin Scorceses „Taxi Driver“ alle Beteiligten zu Wort kommen.
  • New Statesman: Salman Rushdie über das literarische Vermächtnis der vor 400 Jahren verstorbenen William Shakespeare und Miguel de Cervantes. Dazu auch: Literary Hub über die Philosophie Shakespeares.
  • Hobbes & Me: Rafael Casal spielt „Calvin & Hobbes“-Strips nach. (Via Tor.com)
  • The Atlantic über die Religiosität von Charles Schulz und der „Peanuts“.
  • Dutch Anglo-Saxonist untersucht, wie Thrors Schatzkarte in J.R.R. Tolkiens „The Hobbit“ von realen mittelalterlichen Karten beeinflusst wurde. (Via Map Room) Außerdem schreibt Autor Brian Staveley bei Tor UK über die Bedeutung von Landkarten für epische Fantasy, und Quartz spricht mit „The Lands of Ice and Fire“-Karthographer Jonathan Roberts (der wiederum hier einen Google-Talk gibt).

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Lesens- und Sehenswertes aus dem Netz: Kalenderwoche 29, 2015.

  • Starwars.com: Die Comic-con 2015 liefert einen Einblick hinter die Kulissen von Star Wars: The Force Awakens. (Und irgendwo sitzt George Lucas und schluchzt: „Real Sets? They’re ruining Star Wars!“)
  • Eskalierende Träume: Interessante Top 100 Filme von Sano Cestnik.
  • The Guardian bringt das erste Kapitel aus Harper Lees „Go Set a Watchman“.
  • Blastr: Auszeichnungen bei den Eisner Awards 2015.
  • Tor.com: „(Almost) Everything That Happened at San Diego Comic Con 2015“ in einem Blogpost.
  • The Atlantic zeigt den Tod der Hippie-Bewegung in Fotos von Joe Samberg.
  • Aeon: Der Kosmopolitanismus von Hannah Arendt.
  • London Review of Books: Slavoj Žižek über die Religion des chinesischen Kommunismus: „One cannot be religious in general: one can only believe in a particular god, or gods, to the detriment of others. The failure of all attempts to unite religions shows that the only way to be religious in general is under the banner of the ‘anonymous religion of atheism’.“
  • Kurz gesagt: „The Death of Bees Explained„.

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  • The White House: Ein gewisser Barack Obama interviewt „The Wire“-Schöpfer David Simon.
  • The New York Review of Science Fiction: In einem Essay beschäftigt sich der große Stephen R. Donaldson mit der Bedeutung von Fantasy.
  • Tor.com: Ich bin kein großer Fan von bebilderten Romanen, nichtsdestoweniger sieht der erste Einblick in die illustrierte Ausgabe von Harry Potter and the Philosopher’s Stone fabelhaft aus.
  • The Nib: „The Breakdown“ – schöner Kurzcomic von Mike Dawson.
  • ZDF: In der neuen Folge von Die Anstalt räumen Max Uthoff und Claus von Wagner als Troika auf mit Griechenland. Dabei u.a. Serdar Somuncu und ein Überraschungsgast. Unbedingt anschauen!
  • Resonanzboden: Slavoj Žižek tastet sich anhand westlicher Werte und nichtwestlichem Fundamentalismus hin zum Verhältnis von Politik und (islamischer) Religion: „Allah ist kein Vater, nicht einmal ein symbolischer – Gott ist der Eine, er ist weder geboren, noch bringt er Geschöpfe zur Welt. […] An dieser Stelle schreibt sich die Politik unmittelbar ins Herz des Islams ein, da die ‚genealogische Wüste‘ es unmöglich macht, eine Gemeinschaft zu errichten, die den Strukturen der Elternschaft oder anderer Blutsbande folgt“.
  • Krautreporter stellt sich mit Verweis auf Thomas Schelling die Frage, ob Global Zero, also die vollkommene weltweite Abrüstung von Nuklearwaffen, wirklich so eine gute Idee ist.
  • The New Yorker porträtiert Xi Jinping, den Präsidenten der VR China.

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  • The Guardian präsentiert das neue Album von Godspeed You! Black Emperor, „Asunder, Sweet and Other Distress“, im Stream.
  • Film Comment: Roger Smith ächzt über selbstverschuldete Gewinneinbrüche bei den großen Hollywood-Studios.
  • Film Comment: Interview mit Larry Clark.
  • Javier Grillo-Marxuach, einer der Autoren der ersten Season von „Lost“, versucht sich an einer Antwort auf die alte Frage: Gab es einen Masterplan?
  • The New Yorker: Seymour M. Hersh reist nach My Lai, auf den Spuren des von US-Truppen angerichteten Massakers im Vietnamkrieg.
  • The Wall Street Journal: Ayaan Hirsi Ali votiert für eine islamische Reformation.
  • Rolling Stone: Die politische Lage im Irak wird immer zerfahrener, stellt Matthieu Aikins fest: „Iraq has become a militia state, with its military operations led, in many cases, by the same Iranian-backed commanders who once fought the U.S. military. And while the militias have been effective at pushing back ISIS, they have also deepened the sectarian nature of the conflict, making prospects for any reconciliation between Sunnis and Shiites — and Iraq’s hopes for peace — even more distant.“

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  • The Guardian bringt einen Audio-Auszug aus „The Buried Giant“, dem neuen Roman von Kazuo Ishiguo.
  • Kampf der Künste: Neues Futter von meinem Lieblings-Slampoeten David Friedrich, und einen hervorragenden Text von Patrick Salmen über Humor und was er darf, sollte und überhaupt. „Humor ist vielleicht das größte Paradoxon dieser Welt, er ist entwaffnet, aber Waffe zugleich, und ich wünsche mir, dass man Satire irgendwann nicht mehr mit Zitaten von Tucholsky rechtfertigen muss, wenn sie schafft, uns den Spiegel vorzuhalten und unsere Makel aufzuzeigen oder dabei zu sagen: Du bist der größte Idiot aller Zeiten.“ Videos unten.
  • Tor.com: „The Shape of My Name“ – schöne Kurzgeschichte von Nino Cipri über Gender und Zeitreise, spannender Mix.
  • Brainpickings teilt R. Crumbs 1986 erstveröffentlichten Comic über Philip K. Dicks religiöse Erlebnisse.
  • The New York Times: Karl Ove Knausgård reist für die Times durch Nordamerika.
  • The New Yorker: Peter Hessler veröffentlicht ein spannendes, differenziertes Essay über seine persönlichen Erfahrungen mit Zensur in China.
  • The New York Review of Books lässt Michail Chodorkowski über „My Fellow Prisoners“ berichten.
  • Aeon: Can God Lie?“
  • The Guardian schreibt über die Geschichte der britischen East India Company und ihre modernen Erben.
  • Patrick Willems: „What if Wes Anderson directed X-Men?“
  • Art of the Title spricht mit Henry Hobson, der für das Title Design bei der diesjährigen Oscar-Verleihung verantwortlich zeichnete. (Danke an Owley.)
  • Josh Meeter hat einen großartigen Batman/Fifty-Shades-of-Grey-Mashup-Trailer zusammengeschnitten, siehe unten.

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  • Hundertvierzehn fasst ein Symposium zum Thema „Das Ende der Literaturkritik?“ zusammen.
  • The Mary Sue bringt einen „Brief Guide to Indie Comics„.
  • The New Yorker veröffentlicht „Kino“, eine wunderbare neue Kurzgeschichte von Haruki Murakami.
  • Zac’s Haunted House ist ein Online-Roman von Dennis Cooper, der ausschließlich aus animierten GIFs besteht.
  • Perlentaucher: Daniele Dell’Agli fragt, welcher Islam eigentlich zu Deutschland gehört.
  • Berfrois: Das spannende Essay „Time Shifts“ von Colin Dickey beschäftigt sich mit unseren Begriffen von und für Zeit und ihren Veränderungen über, haha, die Zeit: „Time and tide may wait for no man, but the calendar always revolves around the calendar-makers.“

Linked [21]

  • Golden Globes 2015: Hier sind die Gewinner*innen, viel wichtiger: Das großartige Opening von Amy Poehler und Tina Fey, siehe unten.
  • Academy Awards 2015: Die Nominierten. Bla.
  • Extension765: 2001: A Space Odyssey, der Steven-Soderbergh-Cut.
  • Mark Does Stuff: Gerade entdeckt: Mark Oshiro ist ein Youtube-Mensch, der Sachen vorliest (und kommentiert). Manchmal Gutes, meistens eher so in Richtung Ayn Rand, Fifty Shades of Grey oder sehr, sehr viel Fan Fiction. Sehr unterhaltsam. Als Appetithappen unten seine Lesung für „The Haunted Vagina“. Deal with it.
  • The Guardian hat das neue Album von The Decemberists im Stream, und Illegitim hörte, dass es gut war.
  • Perlentaucher stellt einen Überblick zusammen, welche (deutschen) Zeitungen das Attentat von Paris (nicht) zum Anlass nehmen, Charlie-Hebdo-Karikaturen abzudrucken.
  • Spiked: „Europe is at war with itself“ – Frank Furedi diskutiert, inwiefern „the appeal of anti-Western sentiments to many young European Muslims represents society’s failure to socialise these young people.“

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Du hast meinen Propheten beleidigt!

„How fragile the belief of a Muslim must be if he feels threatened by a stupid caricature in a weekly satirical newspaper?“, fragt sich Slavoj Žižek in The New Statesman. Den Attentätern von Paris scheint es, ihm zufolge, an einem authentischen Fundamentalismus zu mangeln, dessen Glaube zu tief ist, um durch Ungläubige bedroht zu werden. Was Žižek hier fehlt, scheint die Distinktion zwischen absolutem und relativem Fundamentalismus zu sein. Während letzterer sich gerade durch die Differenz des Anderen definiert, ein Markenzeichen etwa für viele exklusive Sekten ohne großen missionarischen Anspruch, wobei in der Regel Auserwähltheitsmythen (inklusive etwa Paradiesen mit beschränkter Aufnahmekapazität) nicht selten eine Rolle spielen, entwirft der absolute Fundamentalismus sich als Universalismus. Sein Wertfundament ist alleingültig. In diesem Sinne ist jede Abweichung eine Konkurrenz und damit eine Bedrohung. Das gilt für die westlichen Menschen- und Bürgerrechte kaum weniger als für das Verbot der Prophetenbeleidigung im fundamentalistischen Islam.

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