Kingsman: The Secret Service (2014)

„Manners maketh man. Do you know what that means? Then let me teach you a lesson.“

Was passiert
KingsmanInternetmilliardär Richmond Valentine hat einen Masterplan, und er bringt jeden zur Strecke, der sich ihm in den Weg stellt – so auch Lancelot, Agent von Kingsman, dem besonders geheimen Geheimdienst Ihrer Majestät. Die Mitglieder der Organisation sind nun dazu aufgerufen, Ersatz herbeizuschaffen. Agend Galahad schlägt Gary „Eggsy“ Unwin vor, den Sohn eines seiner ehemaligen Schüler, der bei einem Einsatz ums Leben kam. Obwohl Eggsy auf den ersten Blick nicht in die manierliche Geheimdienstwelt zu passen scheint, erkennt Galahad sein Talent – und das wird Eggsy schon bald brauchen.

Was Sache ist
„What a shame we both had to grow up“, sagt Samuel L. Jackson an einer Stelle zu Colin Firth, nachdem beide sich über ihre Kindheitsleidenschaft für James-Bond-Filme ausgetauscht haben. Das scheint mir nicht zu der Art von Problemen zu gehören, mit denen Mark Millar sich herumzuschlagen hat. Nach „Kick-Ass“, der außer Gewaltverherrlichung und einem leicht überdrehten Nic Cage wenig zu bieten hatte, verfilmte Matthew Vaugn mit „Kingsman: The Secret Service“ zum zweiten Mal einen Millar-Comic. Es funktioniert bedeutend besser, ohne dabei etwa die Gewaltdarstellungen zurückgeschraubt zu haben. Letztlich ist es schlicht unterhaltsam, Firth dabei zuzuschauen, wie er eine Evangelikalengemeinde niedermetzelt. „Kingsman“ ist nicht wirklich ein gelungener Film, aber es ist viel Gelungenes in dem Film zu finden, genug zumindest, um über weite Strecken gut zu unterhalten. Wenn man Millars selbstzufriedene Metzelorgien, denen anzumerken ist, dass Vaughn in Sachen Action seit „X-Men: First Class“ deutlich dazugelernt hat, besser verdauen kann als Jacksons Charakter, schafft man es womöglich auch, über den Sexismus hinwegzusehen, der bedeutend weniger krass ist als erwartet.

Stilvoller Witz ist nicht die starke Seite des Films, aber das mag genauso gut als Seitenhieb auf seine verstockten Anzugträger genommen werden. Nicht, dass ich Millar-Experte genug wäre, um beurteilen zu können, was genau hier eigentlich beabsichtigt war. Als Beispiel, es fiel mir beängstigend leicht, mit Jacksons lispelndem Badass zu sympathisieren, der gegen den Klimawandel und die British Upper Class kämpft. War das beabsichtigt? Womöglich nicht, aber sei es drum. „Kingsmen“ ist ein Chaos von einem Film, dessen aufdringliche Meta-Späße gerade deshalb funktionieren, weil sie dem Publikum um die Ohren gehauen werden wie Colin Firths Regenschirm. Jackson ist mal wieder großartig, Mark Strong wird inzwischen netterweise nicht mehr als Generic Bad Guy gecastet; gut, Michael Caine wirkt ein bisschen müde, vielleicht von den vielen Logiklücken und Absurditäten des Drehbuchs, die an „Kingsman“ beinahe genauso gut abprallen wie Kugeln. Wer nicht gerade schwedische Kornprinzessin ist, kann damit womöglich einigen Spaß haben.



Kingsman: The Secret Service
(UK/USA 2014) | Regie: Matthew Vaugn | Skript: Jane Goldman, Matthew Vaugn | mit Colin Firth, Taron Egerton, Samuel L. Jackson, Mark Strong, Sophie Cookson, Michael Caine | 129 min.

Andere Meinungen: Das Ding auf der Schwelle, Frau Flinkwert, Going to the Movies, Owley

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